© Marc Coudrais

Kultur
07/09/2019

Facebook entschuldigt sich bei ImpulsTanz-Festival und entsperrt Seite

Wegen eines angeblich anstößigen Trailers blockierte Facebook die Festival-Seite mit 36.000 Abonnenten. Nun lenkte man ein.

Dass Facebook ein Problem mit künstlerischen Nacktdarstellungen hat, wurde schon in vielen Fällen offensichtlich. Oft ruderte der Social-Media-Konzern zurück  - nun auch im Fall des Wiener ImPulsTanz-Festivals. Seit zwei Monaten, ließen die Verantwortlichen des international renommierten Events am Dienstag in einer Pressemitteilung wissen, war ihre Seite schon gesperrt. Am Dienstagabend lenkte nun Facebook ein, entsperrte die Seite und entschuldigte sich beim Festival.

„Wir haben die Sperre aufgehoben und uns bei den Seitenbetreibern für den Fehler entschuldigt“,  so Facebook.

"ImPulsTanz hat sich entschieden, mit anwaltlicher Hilfe gegen die Sperre vorzugehen und parallel dazu eine neue Seite (Impulstanz Vienna) ins Leben gerufen", heißt es in der ursprünglichen Mitteilung des Festivals. "Dennoch verliert das kurz bevorstehende Festival (es eröffnet am 11. Juli, Anm.) durch die Sperre nicht nur über 36.000 Abonnent_innen, sondern auch ein wichtiges Kommunikationstool, das bisher vor allem internationalen Gästen als große Hilfe zur Navigation durch das Programm und die Stadt Wien diente."

Stein des Anstoßes war ein Trailer, der im vergangenen April zum Start des Vorverkaufs auf der Facebook-Seite des Festivals publiziert hatte. Darin war auch ein Ausschnitt der Arbeit 7 Pleasures der Choreografin Mette Ingvartsen zu sehen, in der nackte Darstellerinnen und Darsteller auf der Bühne präsent sind. Die Facebook-Seite wurde daraufhin wegen "Nacktdarstellungen" gesperrt.

"Obwohl ImPulsTanz den Trailer aufforderungsgemäß umgehend gelöscht hat, wurde die Facebook-Seite kommentarlos offline genommen. Die Löschung der ImPulsTanz-Seite ist insbesondere vor dem Hintergrund verwunderlich, als die Facebook-Gemeinschaftsstandards Bilder von Kunstformen gestatten, die nackte Personen oder Figuren zeigen", argumentiert das Festival-Team.