Bretagne

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Literatur
05/21/2016

Was macht ein Rentier in der Bretagne?

Gustave Flaubert und Maxime Du Camp über ihre befreiende Reise

von Peter Pisa

Das Rätsel vom Rentier ist schnell gelöst. Es ist verarmt, kann sich sein Schloss nicht mehr leisten. Na, dann wird es wohl kein Rentier mit vier Haxn sein, dann ist es, französisch ausgesprochen, ein Rentier, der vom verborgten Kapital lebt. "Über Felder und Strände" ist kein Tiermärchen, sondern die Beschreibung einer Reise in die Bretagne im Sommer 1847.

Flaubert reiste mit seinem Schriftstellerfreund Du Camp, geschrieben wurde abwechselnd, die ungeraden Kapitel stammen von Flaubert: Die Bretagne sei leicht und anmutig, doch von einer Schönheit, die schmeichle, ohne zu gewinnen. Das Land bezaubere, ohne zu verführen (so schreibt er) ...

Die Reise ist für ihn ein Durchatmen nach vorangegangenen Schicksalsschlägen: Der Vater war gestorben, die Schwester war gestorben, die Beziehung kriselt, und noch hat er nichts publizieren können (bis zur Bovary wird es noch neun Jahre dauern).

Eine einfache Zwiebelsuppe zum Frühstück lebe hoch! Sehr genau wird erzählt, das nervt mitunter. Dafür erfreut Flauberts Hass auf die Leute, die die Natur amputieren – diejenigen, die aus Buchsbäumen Kugeln schneiden, Pferde kastrieren, Hunde kupieren ...

Gustave Flaubert und Maxime Du Camp:
„Über Felder und Strände“
Übersetzt von Cornelia Hasting.
Dörlemann Verlag.
447 Seiten.
36 Euro.

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