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Disney-Hit „Viana“ als Live-Action: Gerissener Krebs erinnert an den US-Präsidenten

Live-Action-Verfilmung von Disneys Animationshit mit Dwayne Johnson als Halbgott: „Vaiana“.
Vaiana steht strahlend auf einem Segelboot vor einem bewölkten Himmel.

Von Gabriele Flossmann

Die animierte Geschichte von „Vaiana“ begeisterte vor zehn Jahren das Publikum und spielte mehr als 600 Millionen Dollar ein. Das Sequel „Vaiana 2“, das vor rund zwei Jahren in unsere Kinos kam, schaffte sogar den Sprung über die Milliardengrenze. Für Disney also Grund genug, dieser kunterbunten Cashcow nun auch noch eine Live-Action-Version folgen zu lassen.

Häuptlingstochter Vaiana – das wissen wir schon aus den Animationsfilmen – liebt ihr Volk und das Wasser. Dass sie aufgrund einer Verwünschung ihres Stammes nicht aufs offene Meer fahren darf, nervt sie gewaltig. Bis sie die Bekanntschaft mit dem Halbgott Maui macht, der nicht ganz unschuldig an der Lage von Vaiana und ihrem Volk ist. Mit ihm muss sich Vaiana verbünden, um einen magischen Stein an seinen Ruheort zurückzubringen und ein uraltes Unrecht wiedergutzumachen, das die Pazifikinseln heimsucht.

Piratenflotte aus Kokosnüssen

Die beiden erleben auf ihrer Reise über den offenen Ozean viele Höhen und Tiefen und lernen, zusammenzuarbeiten, um ihre Feinde auszutricksen. Wie etwa eine Piratenflotte aus Kokosnüssen. Die actionreiche Sequenz, in der die bösen Nüsse angreifen, könnte direkt aus „Mad Max: Fury Road“ stammen. In der Live-Action-Version dieses Fantasy-Märchens bedeutet Vaianas Begegnung mit dem Halbgott Maui in erster Linie eines: den Auftritt von Superheld Dwayne Johnson, der die (halb)göttliche Rolle mit gewohntem Charisma spielt – und stellenweise auch singt.

Dwayne Johnson als tätowierter Halbgott Maui hält einen Gegenstand in die Höhe, während er auf einem Boot vor einer felsigen Küste steht.

Dwayne "The Rock" Johnson als selbstironischer Halbgott Maui: "Vaiana":

Selbstironisch kokettiert Johnson mit seinem Macho-Image, als die unzähligen Tattoos auf seinem Prachtkörper zum Leben erwachen. Formiert zu einem griechischen Chor werden sie zum Running Gag des Films. Denn der Tattoo-Chor kommentiert das Geschehen mit schlagfertigem Witz und zieht – ganz nebenbei – den Superhelden durch den meersalzigen Kakao. Neben seiner Selbstironie kommt noch eine, meist unterschätzte Fähigkeit von Dwayne Johnson zur Geltung: Er kann auch dramatische Situationen und Gefühle glaubhaft darstellen.

Ohrwurm-Melodien

Die hawaiianische Darstellerin der Titelrolle kann sich neben dem Superstar mehr als wacker behaupten. Vor allem mit ihrer Singstimme. Mit Ohrwurm-Melodien, die zu einem guten Teil von „Hamilton“-Mastermind Lin-Manuel Miranda komponiert wurden.

Der Aspekt der weiblichen Emanzipation, der den beiden Animationsfilmen als wichtige Botschaft zugrunde liegt, kommt in der Live-Action-Version zu wenig zur Geltung. Die kleine Prinzessin Vaiana, die als kämpferische Feministin ihre Fantasy-Welt retten will, ist dem attraktiven Muskelspiel des Halbgotts Maui unterlegen.

Dwayne Johnson zieht in dieser Rolle die Aufmerksamkeit auf sich, wenn er sein üppiges Haupthaar dekorativ im Wind flattern und im Wasser floaten lässt. Zu den nicht nur musikalischen Highlights zählt das schrille Liedchen „Shiny“, gesungen von einem gerissenen Krebs mit einer Vorliebe für alles Glitzernde und Goldene. Seine Ähnlichkeit mit einem lebenden amerikanischen Präsidenten ist womöglich gewollt.

INFO: NZL/USA 2026. 115 Min. Von Thomas Kail. Mit Catherine Laga'aia, Dwayne Johnson.

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