Udo Lindenberg will Mut machen: „Durchhängen is nich!"

Panik machen is nich: Udo Lindenberg predigt die Quarantäne
Diverse Splitter zur Coronavirus-Krise: Ratschläge, Botschaften und Meldungen aus der Kulturszene

Udo Lindenberg (73) will den Menschen in der Corona-Krise Mut machen. „Weil hinter all den schwarzen Wolken wieder gute Zeiten warten“, schrieb der Deutschrocker auf Facebook. „Durchhängen is nich.“ Wichtig sei in diesen schwierigen Zeiten zusammenzuhalten. „Ein Clan, ein Blut. Wie in einer grossen Family, unsre Panikfamily.“

*

Rapper Eko Fresh tat es Lindenberg gleich: Von der Politik dazu gebeten, erklärte er in einem Video auf Twitter: „Bitte haltet Euch an die Regeln, umso schneller ist das Ganze doch vorbei.“ Und: „Reißt Euch zusammen, Freunde.“

*

Der russische Regisseur Kirill Serebrennikow hat nach eineinhalb Jahren im Hausarrest Tipps gegen die Einöde in häuslicher Selbstisolation gegeben. „Das ist Ihre Chance, aus dieser Isolation als völlig neuer Mensch herauszukommen“, sagte der 50-Jährige in einem Video. Serebrennikow empfiehlt, Ordnung in das „tägliche Chaos“ des eigenen Lebens zu bringen. Die Coronavirus-Isolation sei die Zeit, sich auf das Wesentliche im Leben zu besinnen und auf die Menschen, die einem am wichtigsten seien - abseits aller Mails und Kurznachrichten in sozialen Netzwerken.

„Das ist keine Strafe, sondern ein Moment der Wahrheit“, meinte der Künstler mit Blick darauf, dass vor allem Familie und Paare nun merkten, wie gut eigentlich das Zusammenleben funktioniere. „Nehmt es als ein Geschenk des Schicksals.“

Der auch wegen seiner Filme geschätzte Kultregisseur empfahl unter anderem Sex, Sport, Schreiben, Zeichnen, Sprachenlernen, Kochen und das Lesen dicker Bücher - zum Beispiel „Krieg und Frieden“ von Leo Tolstoi. „Wir sollten die Zeit nutzen, um uns zu ändern.“ Serebrennikow regte auch an, verlorene Kontakte zu lieben Menschen von früher neu zu aktivieren.

Auch das von ihm in Moskau geleitete Gogol-Center musste - wie alle Theater in Moskau - wegen des Coronavirus bis 10. April schließen. Serebrennikow inszenierte Anfang März von Moskau aus am Deutschen Theater in Berlin das Stück „Decamerone“. Es handelt sich dabei um Geschichten, die sich ein paar Florentiner, die vor der Pest aufs Land geflüchtet sind, in der Isolationszeit erzählen. 

*

Nach der vorläufigen Absage des Filmfestivals öffnet Cannes den berühmten Festivalpalast für Obdachlose. Auf der Straße lebende Menschen sollen Unterschlupf und Schutz finden, sagte Dominique Aude-Lasset von der Stadtverwaltung. Es gehe um ein „Symbol der Solidarität“. Derzeit sollten alle Menschen zu Hause blieben, „auch die Schwächsten“. Angeboten werden Betten, Mahlzeiten und Duschen. Am Eingang zum Gebäude sei eine Station zum Fiebermessen eingerichtet.

*

Die für 23. März anberaumte Verhandlung von Hollywoodstar Johnny Depp gegen das britische Boulevardblatt „The Sun“ in London ist auf umbestimmte Zeit verschoben worden. Grund ist das Coronavirus. Depp hatte die „Sun“ nach einem Artikel geklagt, wonach er seine Ex-Frau Amber Heard misshandelt hätte.

Der Richter begründete laut „Guardian“ die Verschiebung damit, dass sich bereits zwei Rechtsvertreter des Schauspielers in Selbstisolation begeben mussten und niemand sagen könne, ob sich nicht weitere an der Auseinandersetzung inklusive dem Richter selbst infizieren könnten oder in Selbstisolation begeben müssten, weil sie mit einem Infektions- oder Verdachtsfall in Kontakt gekommen seien. Außerdem machte er Reiseeinschränkungen als weiteres Argument für die Verschiebung geltend.

*

Unterdessen hat das Centre Pompidou in Shanghai nach knapp zweimonatiger Schließung wegen der Corona-Pandemie wieder seine Türen geöffnet. Da sich die Gesundheitssituation in China in den letzten Tagen erheblich verbessert habe, hätten die Behörden der teilweisen Wiedereröffnung bestimmter Orte, einschließlich Museen, zugestimmt, heißt es in der Pressemitteilung. 

Kommentare