© WMG/ Mason Castillo

Pop
05/27/2021

Twenty One Pilots: Lustige Erinnerung statt düstere Fantasiewelt

Mit dem neuen Album „Scaled And Icy“ wendet sich das amerikanische Duo fröhlicheren Sounds zu

„Ich traue es mich gar nicht zuzugeben, aber für uns war das Timing des Lockdowns gar nicht so schlecht!“

Schnell fügt Twenty-One-Pilots-Drummer Josh Dun im KURIER-Interview hinzu, dass er damit auf keinen Fall schmälen will, wie schrecklich die Pandemie war. Aber seine Band hatte für diese Zeit ohnehin geplant, ein neues Album aufzunehmen. „Das im Lockdown zu machen, gab uns etwas, in das wir uns vertiefen konnten, wodurch wir in einer Zeit, die für so Viele so trostlos war, etwas hatten, was uns begeistern konnte.“

„Scaled And Icy“ heißt dieses im Lockdown aufgenommene und eben erschienene Album von Twenty One Pilots. Dun und sein Duo-Partner, Sänger Tyler Jospeh, entziehen sich dabei wieder jeder Genre-Kategorisierung: Hip-Hop-Songs mischen sich mit Piano-Pop-Tracks, Electro-Sounds aus den 80er-Jahren stehen neben psychedelischen Elementen – alles gekrönt von markanten Hooks und hymnischen Refrains.

Bei diesem sechsten Opus der Band aus Columbus/Ohio ist die Stimmung allerdings viel fröhlicher als bei den beiden Vorgängern „Blurryface“ und „Trench“. Damals hatte Tyler Jospeh, der schon immer seinen Kampf mit Depressionen und Panik-Attacken in seinen Songs thematisierte, seiner Angst den Namen „Blurryface“ gegeben, um sie besser konfrontieren zu können. Für das Konzeptalbum „Trench“ versetzte er Blurryface dann in eine ausgeklügelte Fantasiewelt, mit unzähligen Fabel-Charakteren. „Diesmal kommen die Charaktere von Trench immer noch vor, aber es dreht sich nicht mehr alles nur darum“, erklärt Dun. „Dass die Musik fröhlicher ist, liegt aber daran, dass wir ein Gegengewicht zu dem von der Pandemie geprägten, düsteren Zeitgefühl haben wollten.“

Lyrisch geht es diesmal um die Karriere und das Leben von Twenty One Pilots: „Was Tyler und ich am liebsten tun, ist Erinnerungen an die lustige Anfangszeit auszutauschen“, sagt Dun. „Damals habe ich die erfolgreichen Musiker gesehen und gedacht, die haben’s geschafft, die haben keine Probleme mehr. Jetzt, haben wir selbst Erfolg, und mir ist klar geworden, dass jeder Mensch sein Leben lang immer wieder Sachen durchmacht. Davon handeln diese Songs. Wer aber genau hinhört, wird Anknüpfungspunkte an Trench finden.“

Genau hinhören tun die Anhänger von Twenty One Pilots seit „Blurryface“ so hingebungsvoll wie nur wenige andere Fangemeinschaften. Jedes Wort wird in den Foren analysiert, jeder versteckte Hinweis entdeckt. Trotzdem glaubt Dun, dass Twenty One Pilots aus einem anderen Grund in zehn Karriere-Jahren zum Stadion-Act aufgestiegen sind.

„Klar schweißt eine Fantasiewelt die Fans eng zusammen. Wir haben aber immer darauf geachtet, dass die Songs auch außerhalb des Konzeptes Bedeutung haben und man die Welt von Trench nicht kennen muss, um damit Spaß zu haben. Und wir haben von Anfang an eine gute Show geliefert. Deshalb haben die Leute danach allen Freunden davon erzählt. Das nächste Mal sind die mitgekommen, und so ist unser Publikum stetig gewachsen.“

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