Theater in der Josefstadt: Der wahrhaftige Ort des Widerstands!

Märchenhafte Emanzipationsgeschichte: Die Fanni vom Land (Katharina Klar) wird im Roten Wien zur Intellektuellen
Thomas Arzt verpackt in „Leben und Sterben in Wien“ – von Herbert Föttinger kongenial umgesetzt – große Geschichte in kleine Ereignisse

Es war zum Schießen. Zum Schießen komisch.

Der Fritz, ein illegaler Nazi, will den Engelbert Dollfuß ermorden. Und der Petrow, ein linker Kleinkrimineller, will auch den Dollfuß ermorden. Dann streiten sie, wer das Attentat verüben darf. „Das ist mein Anschlag!“, sagt der eine. „Sag mal, hat’s dich?“, fragt der andere.

Da stehen sich also zwei Terroristentölpel gegenüber. Die sich noch dazu gut kennen – aus dem Theater. Aber es ist fatalerweise ein nebliger Morgen im Februar 1934. Dann fällt ein Schuss. Und der eine ist mausetot.

Und schon ist der Innitzer, nein Inninger zur Stelle, der Staatspolizist, der immer zur Stelle ist, wenn was passiert im Ständestaat. Und so lebt der austrofaschistische Kanzler weiter. Einstweilen. Er wird erst im Juli ermordet werden. Aber das ist eine völlig andere Geschichte. Die Geschichte, die seit der Uraufführung am Donnerstag im Josefstädter Theater erzählt wird, endet mit dem Bürgerkrieg im Februar.

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