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Porträt
04/11/2020

The Weeknd gesteht Hang zur Selbstzerstörung

Der als Abel Tesfaye geborene Musiker The Weeknd lässt mit dem Album „After Hours“ seine Drogen-Eskapaden Revue passieren

Ein Mann in einer roten Jacke, der gerade verprügelt wurde. Er hat Blutergüsse im Gesicht, die Nase blutet, das Blut rinnt über seinen Mund, während er mit irrem Blick die roten Zähne fletscht.


Diesen Charakter spielt The Weeknd in dem Video zu „Blinding Lights“ und allen anderen Clips, die sein neues Album „After Hours“ begleiten. Denn das Werk, das mit ausgereiften Songs zwischen 80er-Jahre-Pop und R&B aufwartet und als das beste seiner Karriere gilt, ist ein Konzeptalbum.


„All diese Songs sind Gedanken und Emotionen, die ich spät in der Nacht hatte“, erzählte The Weeknd, geboren als Abel Tesfaye, in einem Interview mit Variety. „In den Videos hat dieser Typ sie, nachdem er in einem Club in Las Vegas war, dort in einen Kampf verwickelt wurde. Er entflieht dorthin, um seinen Schmerz zum Beispiel über eine zerbrochene Beziehung zu ertränken. Aber am Ende des Albums kommt man drauf, dass es eine Wiedergutmachung ist.“

 

Mit dem Album zeichnet der 30-jährige Kanadier seinen persönlichen Werdegang nach – inklusive der Phasen seiner Drogensucht als Teenager und des Rockstar-Gehabes als der gefeierte Newcomer von 2011.

Süchtig

The Weeknds Eltern, Einwanderer aus Äthiopien, hatten sich getrennt, als er ein Baby war, und er wuchs bei seiner Mutter und der Großmutter in Toronto auf. Schon als Elfjähriger driftete er in die Sucht ab, nahm Ecstasy und Kokain, wurde deshalb immer wieder von der Schule geworfen, lief an einem Wochenende von zu Hause weg (daher der Künstlername) und war danach für kurze Zeit sogar obdachlos.


Zunächst wollte er in die Filmindustrie, aber in der Musik konnte er seine Gefühle viel direkter ausdrücken. Die düsteren Sounds seines ersten Mixtapes „House Of Ballons“ von 2011 waren so neu, dass sie schnell kopiert wurden und am Beginn einer Welle von ähnlich mystischen R&B-Veröffentlichungen standen.

The Weeknds Charakter war damit auch definiert: Er war der drogenvernebelte, wütende Frauenheld. Darauf geht er auf „After Hours“ in Songs wie „Heartless“ oder „Scared To Live“ und „Hardest To Love“ ein.

„Ich habe nie jemandem Leid zugefügt“, sagt er. „Mein Problem war ein Hang zu Selbstzerstörung und Depressionen. Deshalb wollte ich mit einigen der Songs dahin zurückgehen, noch einmal das Drogenmonster sein. Derjenige, der sich selbst hasst und high werden will, weil er nüchtern so einsam ist. Einfach um zu sagen, okay, das ist ein Teil von mir. Aber ich bin gerade 30 geworden, habe eine tolle Karriere und die besten Freunde. Ich habe realisiert, dass ich nicht mehr dieser selbstzerstörerische Typ sein muss.“

Als Warnung davor hat The Weeknd den Song „Faith“ geschrieben. Der handelt von „der schlimmsten Zeit meines Lebens“, als er 2015 in Las Vegas verhaftet wurde, nachdem er während eines Streits einen Polizisten attackierte, der den Streit schlichten wollte. „Die Sirene am Schluss ist der Moment, als ich in dem Polizei-Auto saß. Ich war damals arg durch den Wind und bin absolut nicht stolz darauf.“

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