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Hugh Jackman schießt auf Kinder: Abrechnung mit der Legende Robin Hood

Hugh Jackman als mürrischer Antiheld Robin Hood trägt Rauschebart in einem brutalen Mitelalterepos.
Hugh Jackman als Robin Hood mit grauer Mähne und langem Bart.

Vergessen Sie alles, was Sie jemals über Robin Hood gehört oder gesehen haben. Weder war er ein mutiger Außenseiter, der die Reichen bestahl und die Armen beschenkte, noch ein edler Beschützer der Sanftmütigen. Das sind alles nur fromme Mythen englische Folklore, veredelt von Walt Disney oder Kevin Costner als „Robin Hood – König der Diebe“ – behauptet zumindest Regisseur Michael Sarnoski.

Gefeiert für sein Regiedebüt „Pig“ mit Nicolas Cage als Trüffelsucher auf der Jagd nach seinem verlorenen Schwein, rechnet Sarnoski nun gründlich und grausam ab mit der Legendenmalerei. In seiner brutalen Lesart war Robin Hood kein Held, sondern ein gnadenloser, mordlustiger Bandit, der so viele Menschen tötete, dass er selbst den Überblick verlor.

Man muss schon zweimal hinsehen, ehe man in dem verknitterten Gesicht hinter Rauschebart und Grauhaarmähne Hugh Jackman erkennt.

Mürrischer Antiheld

Der Ex-Marvel-Mutant Wolverine aus der „X-Men“-Reihe spielt den gealterten Robin Hood als ungepflegter Zottelbär ohne Gewissen. wohnhaft inmitten der vernebelten, rauen Natur von Nottinghamshire. Gemeinsam mit seinem alten Wegbegleiter Little John (Bill Skarsgård) überfällt er bei einem Rachefeldzug eine Hütte und deren Bewohner. In düsteren, eisgrauen Schlachtbildern stürzen sich die Männer übereinander, wälzen sich brüllend im Dreck und bohren sich zu dramatischer Choralmusik die Messer in den Leib. Umstandslos schießt Robin Hood einem flüchtenden Kind einen Pfeil hinterher, der es am Hinterkopf trifft und aus dem rechten Auge wieder heraustritt.

Sarnoski schreckt vor keinem ultra-blutrünstigen Detail zurück, ehe er das freudlose Geschehen auf eine einsame Insel verlegt, wo der schwer verletzte Robin Hood von einer hilfreichen Nonne gesund gepflegt wird.

Hugh Jackman gibt sich alle Mühe, seinem mürrischen Antihelden mit genügend Innenleben auszustatten, um das Interesse an ihm zu wecken. Doch sein Schicksal vollzieht sich mit einer humorlosen Schwere, die weniger bedeutungsvoll als vielmehr selbstgefällig daherkommt. 

INFO:  USA 2026. 123 Min. Von Michael Sarnoski. Mit Hugh Jackman.

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