Strom aus: "Frau ohne Schatten" blieb im Dunkeln

orchester im graben
Foto: dapd Am Mittwoch fiel im Orchestergraben der Wiener Staatsoper der Strom aus (Symbolfoto). Die Musiker hatten kein Licht.

Bei der Generalprobe zur Wiederaufnahme fiel in der Staatsoper der Strom aus. Welser-Möst nahm's mit Humor. Adrianne Pieczonka freut sich auf die Rolle.

Schlechte Generalprobe, gute Premiere: Es ist das Bühnenklischee schlechthin – doch der Wiener Staatsoper wäre es wohl recht, wenn das alte Sprichwort diesmal zutrifft.

Denn am Mittwochabend musste die Generalprobe zur prominent besetzten Wiederaufnahme von "Frau ohne Schatten" abgebrochen werden. Eine Viertelstunde war absolviert, dann fiel der Strom im Orchestergraben aus. Wenig später beschloss Dirigent Franz Welser-Möst, "dass alle nach Hause gehen". "Wir haben beschlossen, das mit Humor zu nehmen", sagte der Generalmusikdirektor zum KURIER. Und: "Das erhöht die Spannung für Samstag."

Große Spannung

interviewfoto Foto: Hans-Peter Schaffer Ab Samstag singt sie die Kaiserin in "Frau ohne Schatten": Sopranistin Pieczonka

Die Spannung war aber ohnehin groß: Mit Robert Dean Smith (Kaiser), Wolfgang Koch (Färber), Evelyn Herlitzius (Frau des Färbers) und Welser-Möst am Pult ist die Wiederaufnahme überaus vielversprechend. Und für Adrianne Pieczonka (Kaiserin) kam während der Proben folgerichtig Premierenstimmung auf, wie sie im KURIER-Gespräch schildert. Die von manchen Kritikern geschmähte Inszenierung von Robert Carsen gefällt der sympathischen Kanadierin, die dem Wiener Publikum seit ihrem Debüt an der Volksoper 1989 verbunden ist: "Man hat mich gewarnt, dass die Regie problematisch ist. Ich kam mit einigen Fragezeichen her. Aber ich finde sie sehr gut! Jeder Mensch hat auch eine Schattenseite. Carsen zeigt das. Das ist sehr interessant."

Die Rolle der Kaiserin kommt ihr entgegen: "Ich liebe Strauss, er hat wunderbar für so eine Sopranstimme wie meine geschrieben. Aber er war ein bisschen gemein zu den Tenören", sagt Pieczonka und lacht.

Derzeit arbeitet sie an Verdi-Partien, um die Stimme zu rüsten. Denn im Herbst 2014 will sie erstmals als Aida auf der Bühne stehen. Pieczonka ist bedacht darauf, ihrer Stimme Zeit zu geben. "Ich bin ein alter Hase, ich fing hier vor fast 25 Jahren an. Und es ist ein guter Meilenstein, dass ich noch hier bin. Viele Sängerinnen meines Alters sind ausgebrannt. Auch ich hatte eine Phase nah am Burn-out." Der Marketing-Druck ist heute größer: Viele junge Sänger "wollen über Nacht ein Star werden wie bei ,Pop Idol‘. Das hat oft böse Folgen." Pieczonka selbst hat neue Kraft gefunden. Und ist "positiv und dankbar" für ihren Beruf.

Wiederaufnahme: "Frau ohne Schatten"

Die Produktion
Richard Strauss’ "Frau ohne Schatten" in der Inszenierung von Robert Carsen kehrt am Samstag nach fast zehnjähriger Abwesenheit auf die Bühne der Wiener Staatsoper zurück.

Besetzung
Robert Dean Smith (Kaiser), Adrianne Pieczonka (Kaiserin), Wolfgang Koch (Färber), Evelyn Herlitzius (Frau des Färbers). Dirigent: Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst.

Termine
Wiederaufnahme am Samstag, 17. März, 18 Uhr. Weitere Aufführungen: 20., 23., 27. März.

 

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(kurier) Erstellt am
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