Kultur 01.02.2012

"Stomp" in Wien: Die Welt als Trommelfeuer

Kritik: Die scheinbar grenzenlose Freiheit des Taktgefühls wird bei „Stomp“ zelebriert – zum Wiedersehen oder Kennenlernen.

Vom satten Plop bis zum subtilen Rrrrrratsch über den sandigen Holzboden: Seit 1991 rattert „Stomp“ um den Globus und gastiert jetzt wieder im MuseumsQuartier (bis 12. 2.) mit dem ganzen Spektakelspektrum vom ersten Besenstreich bis zum Furioso beim Finale.

Zwei Damen und sechs Herren in abgerissener Arbeitskleidung bearbeiten abwechselnd Besenstile und Blechkübel, Küchenspülen und Mülltonnen, Feuerzeuge und Tageszeitungen, Klappsessel und Radkappen in der zur Schau getragenen Attitüde: Wir sind cool, und das ist gut so.

Wenn sie in der Show ohne Melodien und ohne Texte kehren, rascheln, trommeln, mit den Fingern schnippen, steppen, stampfen, plantschen und klatschen, wird die scheinbar grenzenlose Freiheit des Taktgefühls zelebriert.

Sinfonie der Rhythmen

Was für ein schöner Kontrast zum dumpfen Technoknattern der seelenlosen Drum-Computer! Alles ist Rhythmus, Bewegung, Gestik und Mimik. Was als Geräusch beginnt, bewegt sich alsbald im Takt.

Alles hat Charme und Witz, wenn etwa Mozzie, der Outcast-Clown der Truppe, mit einem drei Mal so großen Besen, fünf Mal so großen Wischmob und einem zu kurz geratenen Gummischlauch auftritt.

Oder wenn die Artisten auf ein Schrottgerüst klettern, das mit Karosserien, Töpfen, Pfannen, Tonnen bestückt ist, und davor beim Drum-Battle wie Klöppel hin- und herschwingen: lebende Glockenspiele in der Sound-Fabrik. Ein Heidenspaß für Jung und Alt!

INFO: Vorstellungen bis 12. 2.,
Halle E im MuseumsQuartier,
Karten: 01/96096

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( Kurier ) Erstellt am 01.02.2012