Dirk Stermann ist auf seiner Dachterasse City Farmer. Wien, 20.06.2013

© KURIER/Jeff Mangione

dirk stermann
09/02/2013

Stermann: Nach "Eier" kommt "Zweier"

Der Moderator und Kabarettist Dirk Stermann kümmert sich in seinen Büchern nur ums Wesentliche.

von Peter Pisa

Dirk Stermann hat sich vorgenommen, alle relevanten Themen in drei Büchern zu behandeln.

Also Korinthenkacker, Toni Polster, Entrecôte bzw. Entenkot (wenn man’s nicht so sauber ausspricht), den neuseeländischen Hügel Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaungahoronukupokaiwhenuakitanatahu, die Gebühren in einem Lissaboner Parkhaus und seine Mutter, die auf der einen Buchseite über 1,80 m groß ist und gleich danach nur 1,56 m – zumindest deshalb weiß der Leser unverzüglich: Stermann schwindelt.

Es wird wohl auch nicht so gewesen sein, dass HC Strache gesagt hat:

„Ich habe ihm versprochen, bei der nächsten Wahl Grün zu wählen, wenn er mir ein Buch signiert. Er hat abgelehnt. Was kann ich denn noch machen? Ich unterstütze Ute Bock und demonstriere gegen mich auf der Straße, was immer er will. Für eine Widmung tät ich alles. Ich würd sogar wieder in meinen alten Beruf als Zahnarzthelferin zurückgehen!“

Man darf annehmen: Dirk Stermann wäre zum Signieren GERANNT.

Per Du

Es gibt neuen Quatsch vom Deutschen, der 1988 aus Duisburg nach Österreich kam, nicht mehr wegzukriegen ist und gemeinsam mit Christoph Grissemann seit 2007 die ORF-Talkshow „Willkommen Österreich“ moderiert.

Das Büchlein „Eier“ mit dummen, kurzen Texten ist vor drei Jahren erschienen, und schon wird Band drei angekündigt: Er wird „Dreier“ heißen. Aber jetzt eben erst ist Band zwei an die paar Buchhandlungen ausgeliefert worden, die sich’s antun wollen – man staune über den Titel: „Zweier“.

Humor ist Geschmackssache. Wem beim Lesen die Mundwinkel bis zum Hals herunterfallen, der wird vielleicht so höflich sein und wenigstens zugeben: Mit der Sprache ist der 47-Jährige per Du.

Es wird ja auch nicht jede einzelne Zeile verblödelt. Manchmal ist er sogar sehr ernst (ernst gemeint ist sowieso alles).

Etwa im Text, der dann irgendwie mit Falco endet, aber so beginnt:

„Immer, wenn ich in Altaussee bin, habe ich große Angst davor, Klaus Maria Brandauer auf der nach ihm benannten Promenade zu treffen. Dann müsste ich ihn grüßen und er würde stundenlang über sich sprechen. Es gibt Menschen, die können nicht mehr von sich abstrahieren auf die Welt.“

KURIER-Wertung: **** von *****

INFO: Dirk Stermann: „Zweier“ Czernin Verlag. 160 Seiten. 15,90 Euro.

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