Stars der Woche: KOMMANDO ELEFANT

Las Vegas Records…
Foto: Las Vegas Records  

Schon Jahre vor dem aktuellen österreichischen „Popwunder“ um Wanda & Co zeigten KOMMANDO ELEFANT wie lässig, ungewöhnlich und trotzdem eingängig heimische Musik sein kann. Jetzt melden sie sich mit "Herz & Anarchie" zurück. Außerdem: Neue, großartige CDs von The Shins, Y'Akoto, Spiral Stairs, Grandaddy. Und eine Playlist mit starken Songs und ungewöhnlichen Videos.

Schon Jahre vor dem aktuellen österreichischen „Popwunder“ um Wanda & Co zeigten KOMMANDO ELEFANT wie lässig, ungewöhnlich und trotzdem eingängig heimische Musik sein kann. Das gloriose „Alaska“ sei hier nochmals erwähnt, die „Rabauken“, das treibende „Wir sprengen Krokodile“. Alles veritable Indie-Hits – aber mit ihrer neuen CD „Herz und Anarchie“ zeigen sie, dass sie zu Größerem bereit sind.

Sie verlassen sich diesmal voll auf ihre Stärken: die unerschrocken gefühlsstarken Texte von Sänger Alf Peherstorfer und ihren gewagten Mix aus Underground, Wave und 5-Uhr-Tee-Tanzmusik. Und natürlich: Melodien für Millionen. Das beschert uns echte Highlights wie „In all den abgefuckten Clubs“, „Zentrum der Nacht“, „Signale“, „Urlaub im Glas“, „Königreich“ und mit „Licht dieser Stadt“ endlich mal wieder eine richtig herzschmerzige Ballade.

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Mehr CDs

… POP
HEARTWORMS
THE SHINS

„You kissed me once, when we were drunk ...“ – nach fünf Jahren melden sich die Shins endlich zurück, und der Zauber ihrer Songs ist sofort wieder da. Man will jeden Refrain mitsingen, die Couch als Trampolin benutzen und mit dem Tennisschläger Gitarre spielen. Un- widerstehlicher Pop in der Tradition der 60s (Beatles, Beach Boys) und frühen 70s, dabei aber nie altmodisch, perfekt arrangiert – und singen kann James Mercer wie kaum ein zweiter. Highlights: das beinahe glamrockige „Painting A Hole“, „Cherry Hearts“ und das folkige „Mildenhall“. (Sony)

… ROCK
DORIS & THE DAGGERS
SPIRAL STAIRS

Scott Kannberg, Ex-Gitarrist von Pavement, lieferte unter dem Künstlernamen Spiral Stairs schon ein hochgelobtes Album ab. Das war 2009. „Seit ich Kinder habe, komme ich kaum zum Gitarrespielen“, sagt er. Das ist ein Mann! Zum Glück hat’s jetzt ja doch noch geklappt. Zehn sehr relaxte Rocksongs, Justin Peroff (Broken Social Scene) sitzt am Zeugl, Matt Berninger (The National) steht am Mikro („Trams“). Feine Sache, vor allem „Dance“, „AWM“, „The Unconcitional“. Und die Kinder werden ja auch älter ... (Domino)

… SOUL
MERMAID BLUES
Y’AKOTO

Die 29-jährige Ghanaerin, die inzwischen in Togo, Hamburg und Paris zuhause ist, hat eine der zurzeit besten Stimmen der internationalen R’n’B-Szene. Vielleicht sogar DIE beste. Wie unaufgeregt sie im pianobegleiteten Lamento von „Fool Me Once“ ihrer Melancholie Ausdruck verleiht, ist gänsehaut- verdächtig, ihre Phrasierung im unendlich lässig groovenden „Take Him Back“ ist einfach göttlich. Dazu die großartige Gitarrenballade „We Walk The Line“, der betrunkene Walzer von „Drink My Friend“ – einfach gut. (Warner)

… ROCK
LAST PLACE
GRANDADDY

Die 70s-Fuzz-Gitarre schrummt dahin, der Analog-Synthesizer quäkt und Jason Lytles sanfte Vocals flöten Melodien, die man sofort mitsummen möchte. Das ist schön so, manche Dinge sollen sich ganz einfach nicht ändern. Bei „Way We Won’t“ und „Brush With The Wild“ vermutet man das Electric Light Orchestra gleich ums Eck, aber es steht nicht im Weg. Mit „I Don’t Wanna Live Here Anymore“ liefern sie dazu noch eine wunderbare Slacker- Ballade ab, „A Lost Machine“ ist eine psychedelische Miniatur-Space-Opera. Was will man mehr? (Columbia)

Bovelinos Playlist

Stranger Things: Ungewöhnliche Videos – richtig starke Songs!

MISSY ELLIOTT: Pass The Dutch – Missy als Vogelscheuche? MUSS man gesehen haben.

FKA TWIGS: Do You Believe In More – Frau Twigs macht sogar aus einem Commercial Kunst. Was für eine Tanz-Performance!

NOGA EREZ: Dance While You Shoot – Die junge Israelin aus Tel Aviv mit ihrem verstörenden Debüt. Der aktuelle Nachfolger „Pity“ ist auch stark!

JAKUZI: Bir DüşmanIm Var – So eine Sitzung beim Friseur hat doch was Kontemplatives. Superklasse neue Band aus Istanbul.

SEVDALIZA: Human – Die schöne Iranerin als menschliches Pony. Echt arg.

PRINCESS NOKIA: Brujas - Witches of Eastwick meet African Vodoo, indianischen Shamanismus und Girl-Power aus der Lower Eastside. Sehr stark.

FRANCOIS & THE ATLAS MOUNTAINS: Grand Dereglement - Tanz Baby!

P.O.S.: Faded – Nein, das Video ist nicht schräg. Aber der Song ist zu gut, um hier nicht dabei zu sein. Allein das Zeugl!!!

(KURIER freizeit am Samstag) Erstellt am
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