Kultur
23.12.2017

Star der Woche: SQUALLOSCOPE

Mit ihrer CD "Exoskeletons For Children" hat die österreichische Musikerin "Squalloscope" ein echtes Meisterwerk geschaffen. Eines, über das ich mich ganz besonders freue...

Das letzte Mal live sah ich sie vor mehr als zehn Jahren in einem kleinen Club in der Wiener Vorstadt, den es längst nicht mehr gibt. Damals war SQUALLOSCOPE eine blutjunge Singer/Songwriterin mit Wandergitarre. Anna Kohlweis, Studentin, geboren in Klagenfurt. Paper Bird nannte sie sich damals noch, ein Name, der zu ihren fragilen und wunderbar leichten Songs passte.

An dieser Stelle sagte ich ihr eine ganz große Zukunft voraus. Weil sie Charisma hatte, eine schöne, klare Stimme – vor allem aber, weil sie anders war. Drei Akkorde und eine nette Melodie waren ihr nicht genug, sie loopte sich lange vor Ed Sheeran live auf der Bühne ihre eigene Klangwelt zusammen, mit Klingeling und Perkussion, das Orchester einer fantastischen Puppenspielerin.

Zwei CDs folgten, die letzte vor fast sechs Jahren. Gut, aber viele Songs schienen sich um sich selbst zu drehen, der Bruch mit tradierten Strukturen wichtiger als der Inhalt. Das Verhuschte, Verspielte, das ihre früheren Arbeiten so unwiderstehlich für mich machte war zur bestimmenden Dominante geworden. Ich hab sie aus den Augen verloren...

Jetzt ist sie wieder da. Und wie! Ihre neue CD „ Exoskeletons For Children“ ist ein Meisterwerk. Die Songs nehmen einen mit, sind perfekt bis ins kleinste Detail produziert, die Vocal-Arrangements ließen Kate Bush vor Neid erblassen. Ihre unaufgeregte Stimme trägt die Tracks, die fallweise Assoziationen mit Fever Ray, Björk oder auch Massive Attack hervorrufen. „Pando“, „Turmoil And Wonder“, das melancholische „All Caps“, der Gospel von „Nocturnal“ – schöner kann elektronischer Indiepop nicht sein.