Kultur
03.02.2018

Star der Woche: SON LUX

Bildungsauftrag erfüllt: Pop trifft Kunst und Avantgarde - und beeinflusst Hip-Hop ebenso wie Superstars des Teenage-Angst-Genres. Die US-Band SON LUX schafft diesen Spagat locker. Und ist eine der spannendsten Combos unseres jungen Jahrtausends.

Multiinstrumentalist, klassischer Komponist, Intellektueller – Ryan Lott ist ein „g’studierter“ Musiker. Muss uns das nervös machen? Keinesfalls. Der 39-Jährige aus Colorado ist ganz einfach sensationell gut. Egal, ob er Werke für das Klassik-Sextett yMusic oder Filmmusik schreibt („Paper Towns“ u. a.), Kunstprojekte mit seiner Frau, der Tänzerin Jennifer Lott, inszeniert – oder eine Pop-Band gründet: SON LUX nennt sich die Combo, in der er seit zehn Jahren mit Rafiq Bhatia (Gitarre) und Ian Chang (Schlagzeug) zu Werke ist. Ihr „Easy“ (2013) wurde zum veritablen Hit, und das gleich drei Mal, nämlich auch in der Version mit Lorde am Mikro, vor Kurzem dann noch noch von/mit Rapper G-Eazy.

Mit „BRIGHTER WOUNDS“ veröffentlichen die Jungs ihre sechste CD. Und: Die Scheibe ist ein Wahnsinn! Electronics, Trap, Pop, Rock – hochmelodische Passagen werden dekonstruiert, mit arhythmischen Samples aus dem Tritt gebracht, um sich in himmlischen Momenten wieder zu finden („Slowly“, „Dream State“, „Forty Screams“). Stilistisch und vor allem auch stimmlich erinnert Son Lux am ehesten an Peter Gabriel und Bowie in seiner späten Phase, die unglaubliche Fülle an musikalischen Ideen, die sich in einem einzigen Song abwechseln, kannte man sonst nur von Prince.