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05/28/2016

Star der Woche: PAUL SIMON

Keine 1,60 m groß, und trotzdem einer der größten Songwriter der Geschichte: Im Oktober wird Paul Simon 75. Alles über seine neue CD „Stranger To Stranger“, seine lange Karriere, seinen Kumpel Art Garfunkel - und seine so schönen wie extravaganten Frauen.

von Andreas Bovelino

Tom & Jerry“ – kein Schmäh. Unter diesem Namen traten Art Garfunkel und Paul Simon, die sich als Elfjährige in der High School kennengelernt hatten, jahrelang auf und veröffentlichten sogar ihre ersten Singles als singende Zeichentrickfiguren. Erst 1964, kurz vor den Aufnahmen zu „Sounds of Silence“, änderten sie den Namen auf Anraten ihrer Plattenfirma. Der Rest ist Geschichte. „Homeward Bound“, „Scarborough Fair“, „Mrs. Robinson“, „The Boxer“, „Bridge over Troubled Water“ ...

Geschichte war allerdings auch das Erfolgsduo „Simon & Garfunkel“ relativ rasch. 1970, am Höhepunkt des Erfolges, löste Paul Simon die Band auf. Der Grund wurde schon mit den ersten Solo-Aufnahmen klar: „Mother & Child Reunion“, „Me & Julio Down By The Schoolyard“ – der Mann steckte voller weltmusikalischer Ideen für die er keinen Falsettpartner brauchen konnte, sondern karibische Perkussionisten. Nach einigen Songwriter-Höhenflügen („Slip Slidin’ Away“, „50 Ways ...“ etc.) und kommerziellen Misserfolgen („Hearts & Bones“) feierte er schließlich mit dem durch und durch afrikanisch beeinflusstenAlbum „Graceland“ (1986) seinen größten Erfolg. Der ihm alleine schon einen Platz in der musikalischen Legenden-Galerie sichern würde.

Es folgte ein rasanter Ausflug nach Südamerika („Rhythm Of The Saints“), ein desaströs geflopptes Musical („The Capeman“) und mit dem vor fünf Jahren erschienenen „So Beautiful Or So What“ eine Art Heimkehr zu den afrikanischen Roots.

Die CD

STRANGER TO STRANGER
PAUL SIMON

Bei „Cool Papa Bell“ lässt Simon mit westafrikanischen Gitarren sanftes „Graceland“-Feeling aufkommen, sonst hält er sich diesmal hauptsächlich an akustische Songwriterei. Und das kann er auch verdammt gut. Hin und wieder mit altersweisem Augenzwinkern („Wristband“). Schön. (Universal)

„Bridge Over Troubled Water“ durfte Art Garfunkel 1970 ganz alleine singen. Ein Abschiedsgeschenk vielleicht. Geschrieben hat den Song, wie alle Hits von Simon & Garfunkel, allerdings Paul Simon. Garfunkel war der Mann mit der Engelsstimme, groß und fesch, der früh in Schulaufführungen glänzte. „Ich habe mich nur aus Mitleid mit dem kleinen Kerl abgegeben“, sagte er erst vergangenes Jahr in einem Interview über Paul Simon. Doch der entpuppte sich eben als genialer Songwriter. Ohne ihn war Garfunkel mehr oder weniger aufgeschmissen, auch wenn er mit „Bright Eyes“ 1979 einen Riesen-Hit hatte – der aber auch nicht von ihm komponiert wurde. Dafür studierte Art Architektur und Mathematik, arbeitete immer wieder auch als Lehrer, schreibt Gedichte, spielt hin und wieder in Filmen und schimpft quasi hauptberuflich über seinen Ex-Partner Simon, dem er einen Napoleon-Komplex unterstellt. Bei dessen Reunion-Konzerten er allerdings bereitwillig mitmacht. Wenn er dazu eingeladen wird ..

„Langweilig“ nennen ihn seine männlichen Kritiker. Die aufregendsten Frauen ihrer Zeit sahen das anders. „Prinzessin LeiaCarrie Fisher und Songwriterin Eddie Brickell verfielen Pauls stillem Charme ebenso wie die mysteriöse schöne „Kathy“, der er einen Song gewidmet hat (u.).

"Kathy", das Mädchen aus dem Song, hieß mit vollem Namen Kathleen Mary "Kathy" Chitty. Simon lernte sie 1964 in London kennen, kurz bevor seine Karriere richtig durchstartete. Sie verkaufte die Tickets in einem Folk Club, in dem er spielte. Ist das nicht unglaublich romantisch? Sie war 17, er 22 und ohne seinen Kumpel Art in England, er soll ageblich sogar in Erwägung gezogen haben, gar nicht mehr in die USA zurückzukehren. Später tuckelten sie dann doch im VW Bus durch Amerika, um sich schließlich in einer Londoner Altbauwohnung häuslich niederzulassen. Auf seiner Solo-Lp "The Paul Simon Songbook" ist eines der wenigen Fotos von Kathy zu sehen.

Dann kam "Sounds of Silence" und der Ruhm für Paul. Kathy wollte nicht ins Rampenlicht. Paul Simon musste zurück in die USA. Kathy blieb in London. Außer in "Kathy's Song" erwähnt Simon sie noch in "America". Und in "Homeward Bound" bezieht er sich auf sie...

Zu den prominenten Frauen, die mit Paul Simon lieert waren zählen Miriam Makeba (1985) und Shelley Duvall (1976-1979). Verheiratet war Paul Simon drei Mal:

Peggy Harper
Als er die schöne Fotografin 1966 kennenlernte, war sie mit "Simon & Garfunkel"-Manager Mort Lewis verheiratet. Noch. 1969 standen dann Paul und Peggy vor dem Traualtar. 1975 ließen sich die beiden wieder scheiden. Hatten aber weiterhin ein gutes Verhältnis - wie auch schon Peggy und Mort Lewis zuvor. In "Rund That Body Down" (1972) singt Simon von "Peg" und "Paul", im erst 1983 erschienenen "Train In A Distance" geht's um ihre Beziehung. Und das "Silver girl" aus "Bridge Over Troubled Water" (1970) bezieht sich auf Simons damalige Frau, die gerade ihre ersten weißen Haare entdeckt hatte... "50 Ways To Leave Your Lover" (1975) könnte durchaus auch etwas mit Peggy zu tun haben.


Carrie Fisher
Mit Prinzessin Leia war Paul zwar nur von 1983 bis 1984 verheiratet, die Affaire ging aber von 1977 bis ... na ja, so ungefähr 1986. Auch wenn sie zwischendurch (1980) kurz mit Dan Aykroyd verlobt war, immerhin war Simon zu dieser Zeit ja auch irgendwie mit Schauspielerkollegin Shelley Duvall zusammen. Liebessachen sind halt schrecklich kompliziert... Die Beziehung war jedenfalls eine von sämtlichen Klatschmedien der Zeit dokumentierte Achterbahnfahrt, die schrille Hollywood-Actrice und der stille, sensible Barde - das hatte schon was. "Heart And Bones" schrieb Simon jedenfalls über diese Beziehungskiste,

Edie Brickel
Die 25 Jahre jüngere Songwriterin aus Texas ("What I Am") lernte Simon kennen, als sie 1988 einen Live Auftritt bei "Saturday Night Live" hatte. Geheiratet haben die beiden 1992, sie haben drei Kinder. Vor zwei Jahren gab es einen unschönen Zwischenfall, der die beiden vor Gericht brachte. Und Paul Simon kurzfristig in den Verdacht ein Mann zu sein, der Frauen Gewalt antut. Ein häuslicher Streit war eskaliert, jemand hatte die Polizei angerufen. Die ganze Angelegenheit wurde bald fallen gelassen, die Untersuchung ergab, dass Simon als erster die Polizei gerufen hatte. Er war auch derjenige mit einer Schramme im Gesicht...


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