© Michael Poehn / Wiener Staatsoper

Kultur
02/13/2012

Staatsoper zeigt grandiose Hommage

Kritik: In "Meisterwerke des 20. Jahrhunderts" wird anspruchsvolles Ballett auf hohem Niveau getanzt. Es ist eine Hommage an das französische Ballett.

In "Meisterwerke des 20. Jahrhunderts" zeigt das Wiener Staatsballett in der Staatsoper drei Choreografien von Serge Lifar, Nils Christe und Roland Petit, die für französische Compagnien entstanden sind: anspruchsvolles Ballett auf hohem Niveau und exzellent getanzt.

Erstmals gelangt eine Choreografie Lifars ins Wiener Repertoire. Die 1943 für die Pariser Oper zu bombastischer Musik aus Edouard Lalos "Namouna" kreierte "Suite en blanc" ist eine Hommage an das romantische und klassische Ballett mit einem Feuerwerk an Virtuosität, Perfektion und Eleganz.

Die von Olga Esina, Liudmila Konovalova, Nina Poláková, Irina Tsymbal, Maria Yakovleva und Roman Lazik angeführten Tänzerinnen und Tänzer glänzen in der Einstudierung von Claude Bessy in Zusammenarbeit mit Ballettdirektor Manuel Legris.

Imponierend

Dazu imponiert die Schlichtheit der weißen Kostüme vor schwarzem Hintergrund. Lifars wandelbare Variationen und Formationen sorgen für bestechende Momentaufnahmen der repräsentativen Ballettkunst.

Das Mittelstück "Before Nightfall" Nils Christes entstand 1985. Die expressive Choreografie schildert die bedrückende Atmosphäre vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Frauen und Männer brechen immer wieder zusammen, richten sich auf, werden von Ängsten, Trauer und Abwehrhaltungen erfüllt.

Christes Choreografie ist auch als musikalische Umsetzung von Bohuslav Martinůs Doppelkonzert für zwei Streichorchester, Klavier und Pauken sehenswert. Dirigent Markus Lehtinen, Pianist Michal Bialk und das Staatsopernorchester sorgen für eine ideale Wiedergabe.

Spektakulär

Für den Abschluss sorgt Roland Petits 1974 entstandene "L’Arlésienne" zu den Suiten Georges Bizets. Im provenzalischen Ambiente zeigen Maria Yakovleva (Vivette) und Kirill Kourlaev (Frédéri) sowie das Corps de ballet eine sinnlich-dramatische Interpretation der im Selbstmord des Mannes endenden Liebesgeschichte. Petit brach die Formen des klassischen Balletts auch durch spektakuläre Soli für Frédéri, von Kourlaev so großartig getanzt, dass er von Manuel Legris nach der Vorstellung zum Ersten Solotänzer ernannt wurde.

KURIER-Wertung: ***** von *****

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