© Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Kultur

Staatsoper: Streit um Kirchenlied endet mit Streichung aus "Orlando"

Rechtehinhaber distanzieren sich von karikierender Verwendung in Olga Neuwirths Werk.

01/07/2020, 11:50 AM

Olga Neuwirths am 8. Dezember in der Wiener Staatsoper uraufgeführter „Orlando“ muss bei künftigen Aufführungen ohne Martin Gotthard Schneiders Kirchenlied „Danke für diesen guten Morgen“ auskommen. Die Erbengemeinschaft des 2017 verstorbenen Musikers und der Gustav Bosse Verlag Kassel distanzierten sich nun von der karikierenden Verwendung des 1961 entstandenen geistlichen Liedes in dem Stück.

„Das Lied wird in einer karikierend-entwürdigenden Form dafür verwendet, die Bigotterie in der Gesellschaft darzustellen. [...] Das Lied 'Danke für diesen guten Morgen' in diesem Kontext zu verwenden, auch wenn dies mit künstlerisch anspruchsvollen Mitteln geschieht, entspricht in keiner Weise den Intentionen des Komponisten Martin Gotthard Schneider“, heißt es in einer Aussendung des Bosse-Mutterverlages Bärenreiter. Deshalb werde die weitere Verwendung des Liedes nicht genehmigt.

In der Staatsoper ist die erste Uraufführungsserie des „Orlando“ indes mit dem 20. Dezember bereits abgespielt. Man habe dafür vom zuständigen Verlag Ricordi eine Partitur mit abgeklärten Rechten bekommen, betonte man. Auf Nachfrage habe Ricordi nun mitgeteilt, dass das „Danke“-Lied aus der Partitur für künftige Aufführungen gestrichen wird. Was das für die Gestaltung einer etwaigen zukünftigen Wiederaufnahme des „Orlando“ an der Staatsoper bedeute, werde man sich dann ansehen müssen.
 

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