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Kultur
02/10/2019

Snow Patrol in Wien: Nach Lebenskrise gereift und fröhlich

Beim Comeback-Konzert im Wiener Gasometer zeigte sich die Band um Sänger Gary Lightbody in bester Spiellaune.

Sieben Jahre lang haben Snow Patrol nichts von sich hören lassen. Zumindest nicht als Band. Gitarrist Johnny McDaid machte sich als Co-Autor von Hits von Pink und Robbie Williams einen Namen und schrieb mit Ed Sheeran unter anderem „Shape Of You“.

 

Frontmann Gary Lightbody schrieb Songs für Filmsoundtracks und Taylor Swift und arbeitete mit dem Nebenprojekt Tired Pony. Gleichzeitig aber kämpfte er mit Depressionen, dem Gedächtnisverlust des an Demenz erkrankten Vaters und der Alkoholsucht. Die überwand er erst, als ihm ein Arzt sagte, er werde sterben, wenn er nicht sofort mit dem Trinken aufhöre. All das löste eine Schreibblockade und die Kreativpause aus.

 

Beim Konzert im ausverkauften Wiener Gasometer wirkt das alles weit,weit weg. Mit „Take Back The City“, starten Snow Patrol in ein energetisches Set von Hits, Fan-Favoriten und den Highlights aus dem im Mai 2018 erschienenen Comeback-Album „Wildness“.

Treu

Nach einer Begrüßung mit „Guten Abend, wie geht’s?“ bedankt sich Lightbody dafür, dass die Fans der Band die Treue gehalten haben. Dann gibt er den lässig-fröhlichen Frontmann, scherzt über Zwischenrufe und grinst glücklich, wenn die Wiener Songs wie „Open Your Eyes“ oder „Set The Fire To The Third Bar“ (wobei Duett-Partnerin Martha Wainwright per Video eingespielt wird) gesanglich an sich reißen. Wie schwer Lightbodys Krise war, hört man nur in den Texten von neuen Songs wie „Life On Earth“ oder „Don’t Give In“.

 

Dabei wird aber auch klar, dass Snow Patrol mit „Wildness“ zwar gereift, aber im alten Kompositions-Schema verwurzelt geblieben sind. Lightbody schreibt vorwiegend Midtempo-Songs, die sachte beginnen, sich zu euphorisch stampfenden Hymnen steigern und wieder in sich zusammenfallen.

 

Außerdem haben Snow Patrol mit der konventionellen Instrumentierung und Lightbodys schöner, aber wenig markanter Stimme, einen Sound, dem es ein wenig an Eigenständigkeit mangelt. Was das Quintett aber hat, sind jede Menge guter Melodien – und mit  Hits wie „Run“ und „Chasing Cars“ auch ein paar großartige. Aber vor allem haben Snow Patrol im Gasometer unbändige Spielfreude. Und die machte das Konzert zu einem rundum unterhaltsamen Abend.

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