© Hanna Fasching

Gespräch
03/01/2022

Singer/Songwriterin Oska hat trotz Pandemie Europa erobert

Für das Debüt-Album „My World, My Love, Paris“ schrieb die Musikerin sanfte Pop-Songs über die Sorge um die Umwelt oder einen schweren Unfall

von Brigitte Schokarth

Ein Paar besteigt ein Boot. Es segelt auf den See hinaus, denn es weiß, dass die Welt gleich untergeht.

Diese und viele ähnlich tiefgründige Storys erzählt Singer/Songwriterin Oska auf ihrem eben erschienenen ersten Album „My World, My Love, Paris“. Verpackt sind diese Essays in zarte Songs, die träumerisch zwischen Folk, Indie und Pop durch den Äther tänzeln und mit einnehmenden Melodien punkten – wie der Titelsong „My World, My Love, Paris“ über das Paar auf dem See.

„Der Song entstand zu Beginn der Pandemie“, erinnert sich Oska im KURIER-Interview. „Ich habe mich dabei auf das Gedankenspiel eingelassen, was wäre, wenn die Welt jetzt untergeht. Nicht wegen Corona – es gibt mit dem Klimawandel diesbezüglich ja vieles, was nicht so gut läuft. Ich habe mich gefragt, was wären die letzten Gespräche? Würde das Paar Edith Piaf hören, die anstatt ,Je Ne Regrette Rien’, also ,Ich bereue nichts’, singt, dass es ihr leidtut? Würden sie sich fragen: Hätten wir mehr aus der Chance machen sollen, auf diesem wunderbaren Planeten zu leben?“

Auch in den Songs „Woodstock“ („eine Zeit voll guter Musik“) und „Too Nobody“ über den Druck, immer in den sozialen Medien präsent zu sein, verbindet die 24-Jährige Gedanken über ihre Liebe zur Musik mit Größerem wie der Schwierigkeit, den Moment zu genießen, oder der generellen Schnelllebigkeit der heutigen Zeit.

„Bei mir verstecken sich diese Themen oft hinter Erzählungen von zwischenmenschlichen Beziehungen“, sagt sie. „Zum Beispiel verarbeite ich in dem Song ,Hallucinating’ einen Unfall mit einem Surfbrett, den ich vor 15 Jahren hatte. Ich hatte danach Halluzinationen, die mich zwei Jahre lang beschäftigt haben. In dem Song aber agieren das ein Vater aus, der psychische Probleme hat, und dessen Tochter, die ihn darauf anspricht, dass sie Angst hat, dass es ihr ähnlich geht.“

Geboren wurde Oska im Waldviertel, als jüngste von fünf Geschwistern. Mit ihnen begann sie, Songs zu schreiben. Den ersten mit ihrem Bruder Oskar, der ihr Künstlernamensgeber ist.

Schwester Leni ist heute noch diejenige, die alle Oska-Songs als erste hört und „als Geschmackspolizei“ fungiert. Und „Helplessly Hoping“, das Cover eines Songs von Crosby, Stills and Nash, hat Oska in Erinnerung an diese Anfänge mit den Geschwistern aufgenommen.

Im Jänner 2020 veröffentlichte Oska nach dem Abschluss ihres Gesangstudiums in Wien ihre erste Single „Distant Universe“. Anfang 2021 folgte die EP „Honeymoon Phase“. Aber wo andere Newcomer in der Startphase durch die Pandemie gleich wieder gestoppt wurden, schaffte Oska tatsächlich in dieser Zeit den Durchbruch – und zwar in ganz Europa.

„Ich glaube, dass ich da Glück mit dem Timing hatte. Denn die EP war nur so ein erstes Hallo. Es war eben nicht dieses Album, auf das ich zehn Jahre hingearbeitet habe, das untergegangen wäre, wenn man es nicht hätte live spielen können.“

Jetzt kann Oska mit „My World, My Love, Paris“ live spielen. Ihre Österreich-Tour startet am 3. März in St. Pölten und bis in den Herbst hinein ist sie mit Stu Larsen, dem Duo HAEVN und den Sportfreunden Stiller in ganz Europa unterwegs.

Oska auf Tour:

03.03.   St. Pölten, Cinema Paradiso
04.03.   Steyr, Röda
05.03.   Klagenfurt, Kammerlichtspiele
08.03.   Wien, Konzerthaus (Gast bei Ina Regens Show zum Weltfrauentag)
11.03.   Innsbruck, Die Bäckerei
12.03.   St. Peter am Wimberg, Mezzanine Club
16.03.   Graz, Orpheum
17.03.   Salzburg, ARGE Kultur
19.03.   Dornbirn, Spielboden
02.04.   Krems, Kino im Kesselhaus
05.04.   Wien, Konzerthaus

04.05.   Wien, Chelsea (Tour mit Stu Larsen)

17.06.   Wien, Tandem Festival

11.08.   Feldkirch, Poolbar Festival  

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