Serie "The Hack": Abhören, leicht gemacht
Wer hat sich schon mal überlegt, wie das Passwort für die Handy-Mailbox geht? Oder es einmal geändert? Eben. In den 2000ern werden das noch weniger Menschen getan haben. Das machte es der britischen Zeitung News of the World beziehungsweise denen, die für sie gearbeitet haben, einfach. 1234 ist das Passwort der Werkseinstellung, und so ist man damals still und heimlich an die Nachrichten einer Menge Menschen gekommen. Um so wiederum Informationen für Artikel zu sammeln. Betroffen waren unter vielen anderen Angestellte aus Prinz Williams Haushalt.
Ein illegaler Eingriff in die Privatsphäre, der bei seinem Aufkommen die britische Medienlandschaft erschüttert hat. Und in letzter Konsequenz mit der Einstellung der Zeitung aus dem Rupert-Murdoch-Imperium geendet hat. Wobei, geendet ist in der Causa das falsche Wort: Prinz Harry ist noch im Vorjahr gegen The Sun aus demselben Verlag vor Gericht gezogen – ebenfalls wegen abgehörter Sprachnachrichten.
Live-Schwärzungen
In der Arte-Mediathek ist nun ab heute, Freitag, die Serie „The Hack“ abrufbar. Sie basiert auf dem Buch des Guardian-Journalisten Nick Davies, der die Machenschaften aufgedeckt hat. Sie ist formal lose inspiriert von einer True-Crime-Doku, insofern, dass Davies – hier gespielt von David Tennant – ab und zu zum Publikum spricht. Wenn er etwa erklären muss, warum einer Gesprächspartnerin schwarz über den Mund gemalt wird – sie wollte einen Namen erwähnen, der nicht veröffentlicht werden darf. Oder warum ein Informant den höchst unwahrscheinlichen Namen Buzz Aldrin trägt – weil seine wahre Identität geschützt werden muss.
Zwei Stränge
Die Serie erzählt in zwei Strängen: Einer verfolgt Davies, der sich an einer mühsamen Recherche – niemand will sich exponieren – entlang hangelt und schon in der ersten Folge selbst vor einem Untersuchungsausschuss landet. Der zweite begleitet den Polizisten Dave Cook, der einen mehr 20 Jahre zurückliegenden Axtmordfall neu aufrollt. Schnell gerät er selbst ins Visier einer Detektei – die mit Abertausenden Pfund von News of the World finanziert wurde. Sie sollte Informationen beschaffen, die Journalisten nicht legal bekommen, etwa auch aus der Polizeidatenbank.
Eine spannende Erzählung über Korruption, über einen bitteren Sündenfall, der eine der Keimzellen der aktuellen Vertrauenskrise in Medien war.
Kommentare