Serie „Teheran“: Weltkrisen im Action-Mantel
Mossad-Agentin Tamar arbeitet undercover im Iran. In der neuen Staffel wird sie auch von eigenen Leuten verfolgt.
Schon in den ersten Minuten der Serie „Teheran“ lernt man, dass der Iran ein Land ist, in dem man sich besser nichts zuschulden kommen lässt – oder was dort unter Schuld verstanden wird. Mossad-Agentin Tamar (Niv Sultan) fährt mit geborgter Identität in einem Taxi, das von einem Menschenauflauf aufgehalten wird. Auf die Frage, was da los sei, antwortet der Chauffeur: „Da ist jemand erhängt worden.“
Aktuell durch Massenproteste im Iran
Mitten in die erneuten Massenproteste im Iran, die das Regime wieder mit brutaler Gewalt niederschlägt – 4.000 Menschen sollen getötet worden sein –, ist die dritte Staffel der Spionageserie auf AppleTV gestartet. Und spiegelt dort eine sehr aktuelle, sehr reale Krise im Action-Rahmen wider.
Seit 2020 ist die mit Hackertalenten gesegnete Tamar Undercover-Mossad-Agentin in Teheran. Im Iran geboren, in Israel aufgewachsen, hat sie eine besondere Eignung für den Job. Der daraus besteht, Flugabwehrraketensysteme zu stören, den Oberbefehlshaber der Iranischen Revolutionsgarde zu töten oder den Bau einer Atombombe zu verhindern.
Gaststar Hugh Laurie
Eigentlich hätte die neue Staffel der israelischen Serie schon im Sommer international starten sollen – wurde aber verschoben. Vielleicht, weil sie zu nahe an der Realität war? Denn im Juni griff Israel zusammen mit den USA iranische Atomanlagen an.
Das ist nicht die erste Parallele zu echten Aktionen des Mossad: Die explodierenden Pager, die Mitglieder der Hisbollah im Libanon töteten, fanden schon eine Entsprechung in der Fiktion der Serie. Auch der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarde wurde in „Teheran“ schon früher ausgeschaltet als in der Realität. In der dritten Staffel spielt als globaler Anreiz – nach Glenn Close in Staffel 2 – Hugh Laurie mit; als südafrikanischer Atominspekteur, der in die Aktionen von Tamar hineingezogen wird.
"Teheran" ist israelische Produktion
Auch bei pro-demokratischen Aktivisten hält sich Tamar in „Teheran“ immer wieder auf – für ihren Freund Milad hat das zuletzt fatale Konsequenzen gehabt. Der Mossad hat nun auch seine eigene Agentin im Fadenkreuz, das Vertrauen muss sie sich erst wieder verdienen.
„Teheran“ ist übrigens eine Produktion des israelischen Senders KAN, den ja manche nur zu gern vom Eurovision Song Contest entfernt hätten. Für die dort kritisierte Regierungstreue zeichnet „Teheran“ – für Spannungsunterhaltung – ein recht differenziertes Bild des Mossad.
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