FILE PHOTO: British author Rushdie receives Honorary Doctorate in Berlin

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Kultur

Sechs Monate nach Messerangriff erscheint neues Rushdie-Buch

Schriftsteller Salman Rushdie hatte den Roman "Victory City" bereits vor dem Attentat auf ihn fertiggestellt.

02/06/2023, 02:50 PM

Knapp sechs Monate nach einem lebensbedrohlichen Messerangriff auf ihn ver√∂ffentlicht Salman Rushdie seinen neuen Roman. Das Buch mit dem englischen Titel "Victory City" soll am Dienstag auf Englisch erscheinen, die Ver√∂ffentlichung der deutschen Fassung ist dem Verlag Penguin Random House zufolge f√ľr April geplant.

Der britisch-indische Autor hatte das Werk √ľber eine Frau aus dem 14. Jahrhundert, die sich die Herrschaft √ľber eine Stadt erk√§mpft, bereits fertiggestellt, bevor er im August 2022 im US-Bundesstaat New York angegriffen und schwer verletzt worden war.

In "Victory City", das ab Dienstag in den USA und ab Donnerstag in Gro√übritannien erh√§ltlich ist, erz√§hlt Rushdie die Geschichte des indischen Waisenm√§dchens Pampa Kampana. Sie erh√§lt von einer G√∂ttin √ľbernat√ľrliche Kr√§fte und gr√ľndet die Stadt Bisnaga, deren Name √ľbersetzt "Stadt des Sieges" hei√üt, zu Englisch "Victory City". Rushdie pr√§sentiert die Geschichte als √úbersetzung eines urspr√ľnglich in der antiken Sprache Sanskrit verfassten Epos.

Keine Lesungen mit Rushdie

Selbst wird der 75-jährige an keinen Lesungen oder anderen Veranstaltungen zur Vermarktung von "Victory City" teilnehmen. Nach Angaben seines Agenten Andrew Wylie schreitet Rushdies Genesung aber weiter voran.

Im Oktober hatte Wylie mitgeteilt, dass der in New York lebende Schriftsteller seit dem Angriff auf einem Auge blind ist und eine Hand nicht mehr bewegen kann. Rushdie hat inzwischen aber wieder begonnen, sein Nutzerkonto im Kurzbotschaftendienst Twitter zu gebrauchen. Dort verbreitet er derzeit vor allem Rezensionen von "Victory City".

Prozess wegen "versuchten Mordes"

Rushdie war am 12. August auf einer Konferenz in Chautauqua im US-Bundesstaat New York mit einem Messer angegriffen worden. Er sollte dort als Redner auftreten. Der 24-j√§hrige Angreifer, ein US-B√ľrger libanesischer Herkunft, muss sich wegen "versuchten Mordes" vor Gericht verantworten. Er pl√§diert bisher auf nicht schuldig.

In der westlichen Welt l√∂ste der Angriff gro√ües Entsetzen aus. Wegen angeblicher Beleidigung des Propheten Mohammed in Rushdies Buch "Die Satanischen Verse" hatte Irans damaliges geistliches Oberhaupt Ayatollah Khomeini bereits 1989 in einer Fatwa zur T√∂tung des Schriftstellers aufgerufen. Jahrelang lebte Rushdie unter strengem Polizeischutz an immer wieder wechselnden, geheimen Orten. Vor dem Angriff f√ľhrte er aber ein relativ normales Leben und trat immer wieder in der √Ėffentlichkeit auf.

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