© Posthof/Michael Mann

Kritik

Scott Matthew in Wien: Der Klang ewiger Melancholie

Der Singer/Songwriter begeisterte im Porgy & Bess mit Akustik-Versionen seiner Liebeslieder und der sehnsüchtigen Stimme.

10/21/2021, 02:14 PM

„Es fühlt sich so eigenartig an, hier oben zu sitzen.“ Das „Oben“ ist die Bühne des Porgy & Bess in Wien, und Singer/Songwriter Scott Matthew sagt das bei seinem Konzert Mittwochabend, weil er wegen der Pandemie seit 2018 nicht auf Tour war.

Eine letzte Spur davon ist in dem ausverkauften Club noch zu hören. Nicht alles, was Matthew sich gesanglich vornimmt, gelingt ihm so perfekt wie vor der Zwangspause. An Effektivität hat sein Gesang aber absolut nichts verloren. Immer noch kann er zu Tränen rühren, wenn er mit seinem sehnsüchtigen, ausdrucksstarken Timbre von zerbrochener Liebe singt und den Schmerz von Trennungen oder Zurückweisungen im Saal spürbar macht.

Unterstützt wird Matthew von der Pianistin Marisol Limon Martinez und Sam Taylor, der Cello und Gitarre spielt. Sie machen die Atmosphäre im Porgy & Bess mit ihrer schlichten, feinfühligen Begleitung noch atemberaubender. So, dass bei den leisen Stellen und Pausen in Songs wie „Little Bird“ oder „For Dick“ kein Mucks zu hören ist.

Es sind aber nicht nur Liebeslieder wie diese, mit denen Scott Matthew das Publikum in seinen Bann zieht. In „In The End“ singt er vom letzten Atemzug eines Menschen und in „The Wish“ über das Massaker eines Amokläufers in einem Club der LGBT-Community in Orlando. Und auch das tut er mit einer Poesie, die in ihrer Schlichtheit tiefgehendes Einfühlungsvermögen offenbart.

Aber natürlich zeigt Matthew in Wien auch seine zweite Seite, den humorvollen Mann, der sich zwischen den Songs über die alles beherrschende Melancholie in seiner Musik lustig macht, über kleine Pannen kichert wie ein Kind und den Dialog mit dem Publikum sucht. Das rundet einen Abend ab, den man nicht so schnell vergisst.

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