"Die Koziber" Elisabeth Swoboda (Mitte) mit "Frau Kaiser" (Ellen Umlauf, li.) und "Gitti Schimek" (Marianne Mendt)

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Kultur
06/24/2019

Kaisermühlen-Blues-Darstellerin Brigitte Swoboda ist tot

Die gebürtige Wienerin und Nestroy-Darstellerin war vor allem durch ihre Rolle als Hausmeisterin Elisabeth Koziber bekannt.

Die Schauspielerin Brigitte Swoboda ist am Montag 76-jährig nach langer schwerer Krankheit in ihrem Haus in Apetlon in ihrer Wahlheimat Burgenland gestorben.

Begonnen hat Swobodas Karriere am Theater. Ganz Österreich kennt sie jedoch vor allem aus der TV-Kultserie "Kaisermühlen Blues". Als Hausbesorgerin Elisabeth Koziber spielte sie den guten Geist im Gemeindebau, stets gut informiert über alle Vorgänge und nicht um bissige Kommentare verlegen.

Früher Erfolg mit Wolfi Bauer

Swoboda, geboren am 1. Februar 1943 in Wien-Brigittenau, machte zunächst eine Ausbildung als Grafikerin und begann bereits als 17-jährige mit dem Theaterspiel. Einen sensationellen Erfolg feierte sie bereits 1968 als Birgit in Wolfgang Bauers "Magic Afternoon" im Ateliertheater. Dafür wurde sie mit dem Förderungspreis der Josef-Kainz-Medaille ausgezeichnet. Bald darauf engagierte sie Gustav Manker ans Wiener Volkstheater, das lange ihre künstlerische Heimat war. Bis 2003 gehörte sie dessen Ensemble an.

Nestroy-Ensemble

Sie debütierte in "Change" von Wolfgang Bauer und war danach in unzähligen Rollen zu sehen. Neben Heinz Petters, Hilde Sochor und Dolores Schmidinger war sie Teil von Mankers Nestroy-Ensemble, und brillierte unter anderem in Nestroys "Das Mädl aus der Vorstadt", "Lumpazivagabundus" und als Bühnenpartnerin von Helmut Qualtinger in "Der Talisman". Ihr überzeugender Einsatz in zahlreichen Nestroy-Stücken brachte ihr 1993/94 den Nestroy-Ring, der an Personen verliehen wird, "die sich um die satirisch-kritische Darstellung Wiens und seiner Bevölkerung verdient gemacht haben". 2014 feierte sie als Haushälterin Schnipps in Nestroys "Unverhofft" ihr Debüt bei den Festspielen Reichenau.

Daneben war sie immer auch in zeitgenössischen Stücken wie Ionescos "Die Nashörner" und Dario Fos "Bezahlt wird nicht" zu sehen. Ihr Debüt als Regisseurin feierte sie in der Saison 1989/90, als sie Ödön von Horváths Emigrationsdrama "Figaro lässt sich scheiden" inszenierte. 2018 stand sie bei einem Überraschungsauftritt im Rahmen einer Gedenkveranstaltung für Heinz Petters wieder auf der Volkstheater-Bühne.

Fernsehrollen im Zeichen der Satire

Um die satirisch-kritische Darstellung machte sich Swoboda aber auch im Fernsehen verdient. Neben der legendären Figur der Frau Koziber im "Kaisermühlen Blues" war sie auch als Frau Wybiral in "Der neue Untermieter" oder in "Die Alpensaga" zu sehen. 1972 spielte sie neben Fritz Muliar in der Serie "Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk". Und auf die große Leinwand schaffte es Swoboda auch: 1981 war sie als Frau von Hermann in Franz Antels "Der Bockerer" zu sehen, auch wenn sie in den Credits nicht erwähnt wurde.

Drei Mal wurde Brigitte Swoboda mit dem Karl-Skraup-Preis ausgezeichnet (1970/71, 1976/77 und 1993/94). Als "ein Original, eine Individualistin, wie es am Theater nicht viele gibt", wurde sie von Laudatorin Hilde Sochor gewürdigt, als sie 2004 das "Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien" erhielt. "Ihre Kraft schöpft sie aus ihren wienerischen Wurzeln. Sie repräsentiert diese Stadt wie keine andere."