Marie Bäumer erhielt die ROMY als beste Schauspielerin Kino/TV-Film.

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Kultur
04/13/2019

ROMY 2019: Das sind die Gewinnerinnen und Gewinner

Diese Film- und Fernsehlieblinge wurden mit einer ROMY ausgezeichnet.

Die begehrten Publikumspreise wurden am Samstag bei einer glanzvollen Gala in der Wiener Hofburg vergeben. 

Herbert Prohaska

Herbert Prohaska hieß die Gäste zur ROMY-Gala Willkommen und übergab ...

Moderatorin Mirjam Weichselbraun

... an Mirjam Weichselbraun. Die vierfache Gewinnerin moderierte die glamouröse Gala.

Marie Bäumer

Beliebteste Schauspielerin Kino/TV-Film: Die erste ROMY des Abends ging an Marie Bäumer. Wie spielt man eine der größten Filmikonen aller Zeiten? Wie spielt man eine Legende wie Romy Schneider? Einfach so wie Marie Bäumer. Denn in dem Film "Drei Tage in Quiberon" verkörpert die deutsche Schauspielerin Romy Schneider nicht nur – sie ist Romy Schneider. Basierend auf einer wahren Begebenheit blendet Regisseurin Emily Atef in betörenden Schwarz-Weiß-Bildern (Kamera: Thomas Kiennast) zurück ins Jahr 1981. Für diese Leistung wurde die in Düsseldorf geborene Schauspielerin mit ihrer zweiten ROMY ausgezeichnet.

Preis der Jury

Preis der Jury für "Das Boot": Die Eigenproduktion von Sky, an Wolfgang Petersens Erfolgsfilm orientiert, gehörte zu den Höhepunkten des TV-Jahres. Die Mission einer deutschen U-Boot-Crew im Zweiten Weltkrieg wurde aufwendig vom österreichischen Regisseur Andreas Prochaska umgesetzt. In der spannenden, beklemmenden, bildgewaltigen Antikriegsserie spielen u. a. Vicky Krieps, Rick Okon, Franz Dinda, Tom Wlaschiha und Robert Stadlober groß auf. „Das Boot“ erreichte ein Millionenpublikum und wurde in über 100 Länder verkauft. Die zweite Staffel wird aktuell in England gedreht

Philipp Hochmair

Beliebtester Schauspieler Serie/Reihe: Als "Jedermann" war er im Sommer der Einspringer des Jahres – Philipp Hochmair kann aber noch weit mehr als den Salzburger Domplatz zu verzaubern. Dem TV-Publikum ist Hochmair zuletzt insbesondere von den "Vorstadtweibern" präsent: Als schwuler, rechtspopulistischer Politiker Joachim Schnitzler hat er allerhand angestellt. Demnächst geht er mit „Blind ermittelt“ in Serie. Schauspieler wollte Hochmair schon immer werden. Das entsprechende Studium absolvierte er in Wien (u. a. bei Klaus Maria Brandauer) und in Paris.

Jan Mojto

Akademie Platin für das Lebenswerk für Jan Mojto: Rechtehändler, Produzent, Medien-Manager und „Grandseigneur“, als den ihn Branchenkollegen bezeichnen: Der 70-Jährige Österreicher – im slowakischen Nitra geboren – prägt seit Jahrzehnten das Film-, TV- und Klassik-Geschäft in Europa und darüber hinaus. Er steht hinter Produktionen wie „Babylon Berlin“, das für den Oscar nominierte „Werk ohne Autor“ von Florian Henckel von Donnersmarck, aber auch hinter Aufnahmen der Salzburger Festspielen oder der Wiener Staatsoper. Folgerichtig laudierte Opernstar Elīna Garanča dem großen Freund der Klassik.

KURIER-Chefredakteurin Martina Salomon

Für die Überreichung der ROMY in der Kategorie Information begrüßte Weichselbraun die Chefredakteurin des KURIER – Martina Salomon!

Armin Wolf

Information: Eben wurde Armin Wolf von einem Fachmagazin zum „Journalist des Jahres“ gekürt. Man muss Wolfs auf akribische Vorbereitung basierenden Interview-Stil nicht mögen, aber er zieht diesen konsequent durch – bis hin zu Russlands Präsidenten Wladimir Putin. Das macht Wolf so wichtig für die ORF-Information, was das Publikum nach längerer Pause anerkennt – und mag heimische Politiker trösten. Für seine Arbeit wurde Wolf vielfach im In- und Ausland ausgezeichnet, u. a. mit dem Robert-Hochner- und dem Axel-Corti-Preis und nun seiner vierten ROMY.

"Der Lack ist ab"

Bestes Kurzformat Digital: Rasant, witzig, intelligent und nun in einer neuen Kategorie mit einer ROMY ausgezeichnet: Die Kurz-Serie "Der Lack ist ab" bei (Amazon) Prime Video ist ein Kleinod, für das Schauspieler Kai Wiesinger verantwortlich zeichnet. Der 52-Jährige koproduziert, schreibt, inszeniert und spielt – gemeinsam mit Lebensgefährtin Bettina Zimmermann – ein Paar. Als solches durchleben die beiden Alltagssituationen, die auf das Heiterste an die Realität vieler Paare und Familien erinnern. Das alles ist in Episoden von nur knapp einer Viertelstunde erlebbar – mit hoher Weiterschau-Wahrscheinlichkeit.

Alina Zellhofer

Sport: Seit 2012 zählt die gebürtige Linzerin zum Team der TV-Sportredaktion in Wien und ist dort vorwiegend in den Bereichen Fußball, Ski alpin, Snowboard und im aktuellen Kurzsport tätig. Zuletzt war sie als Moderatorin bei der Fußball-EM in Frankreich sowie im Olympia-Studio in Rio de Janeiro im Einsatz. Ihre besonnene Art und ihre Kompetenz brachten ihr eben erst den Titel Sport-Journalistin des Jahres ein. Nun hat die 32-Jährige in der Männer-Domäne Sport auch noch eine ROMY zugesprochen bekommen. Verdient!

Florian David Fitz

Bestes Buch Kino-Film: Diesmal kam der Publikumsliebling Florian David Fitz nicht als Schauspieler nach Wien. Wie schon für die Tragikomödie "Der geilste Tag" 2016 durfte Florian David Fitz heuer eine ROMY für das Drehbuch in Empfang nehmen. In der schwungvollen Buddy-Komödie "100 Dinge", die der 44-Jährige auch inszenierte und koproduzierte, ist er mit Matthias Schweighöfer als Konsum-Junkies im Einsatz. Nach einer Rausch-Wette ist es damit allerdings vorbei – es bleibt ihnen nichts als ihre nackte Haut. Die sahen allerdings sehr viele Kinobesucher sehr gern, was "100 Dinge" zum Kassenschlager machte.

"Love Machine"

Bester Kino-Film: Diese ROMY Gala wird Thomas Stipsits nicht so schnell vergessen. Mit der Statuette in der Kategorie Bester Kino-Film für "Love Machine" gelang dem Kabarettisten der Doppelschlag als Schauspieler und ein Kassenschlager in den heimischen Kinos noch dazu – das verlangte nach der großen Bühne der ROMY-Gala. Die von Andreas Schmied inszenierte und von der Allegro Film produzierte Komödie über den ambitionslosen Musiker Georgy Hillmaier, der zum Callboy mutiert, überschritt in Österreich die magische 100.000 Zuseher-Grenze in den Kinos mehr als deutlich.

Horst Lichter

Show und Unterhaltung: Mit Charme und Bart führt Horst Lichter durch "Bares für Rares". In der nachmittäglichen Trödel-Show im ZDF – auch bei ServusTV zu sehen – schleppen die Teilnehmer unterschiedlichste Fundstücke an. Ob es sich um eine wertvolle Rarität oder wertlosen Krempel handelt, schätzen Experten. Wer aber dann auch noch die Händler-Karte aus den Händen Lichters bekommt, darf aufs große Geld hoffen. Wegen des großen Erfolges gibt es Horst Lichters "Bares für Rares" auch schon in der XXL-Version mit Promi-Unterstützung.

Thomas Stipsits

Beliebtester Schauspieler Kino/TV-Film: Das passende Wort wäre "geil", so viel Erfolg hat die Komödie "Love Machine" an den Kino-Kassen. Kein Wunder, wird der Callboy wider Willen, um den es geht, doch von Thomas Stipsits gegeben. Und so viel lässt sich behaupten: Er bringt nicht nur Frauen damit Freude. Die eher verdrießliche Seite zeigte der gebürtige Leobener vor Weihnachten hingegen in der ORF-Stadtkomödie "Geschenkt", gedreht nach einem Roman von Daniel Glattauer. Das Grantige konnte aber mehrere Hunderttausend Zuschauer nicht vergraulen, die blieben vor dem TV-Schirm sitzen.

"Der Kurier des Kaisers"

Beste Programm-Idee. Wenn die Kasse leer ist, kommen die Kult-Figuren Kaiser Robert Heinrich I. (Robert Palfrader) und Obersthofmeister Seyffenstein (Rudi Roubinek) schon mal auf spezielle Ideen: „Der Kurier des Kaisers“ war eine der beliebtesten Eigenproduktionen des ORF. Hanno Settele wurde ausgesandt, um die fiktive Frage zu beantworten: „Wie viel sind die Bundesländer wert?“. Vor Ort wurde nicht nur der Wert von Unternehmen oder Naturschätzen geschätzt, sondern auch ermittelt, wie ihre Bewohner ticken. Das brachte nun die glänzende ROMY.

Proschat Madani

Beliebteste Schauspielerin Serie/Reihe: Im Iran geboren, als kleines Mädel mit der Mutter und drei Geschwistern nach Wien gezogen, und seit nunmehr 15 Jahren auch in Berlin wohnhaft. Das Leben der Schauspielerin Proschat Madani ist mitgeprägt von wechselnden Kulturen, von der Suche nach der Zugehörigkeit. Sie tut, was alle tun: nämlich in Rollen schlüpfen. Aber eben (schau-)spielerisch. Als Profession übt sie diese Kunst seit den späten 1980er-Jahren auf Theaterbühnen in Wien, Graz und Innsbruck aus. Erst jüngst brillierte sie im Fernsehen als Wetterchefin in "Walking on Sunshine" auf ORFeins.

Marcel Hirscher

TV-Moment  des Jahres: Der 30-jährige Marcel Hirscher ist bereits als Aktiver eine Sportlegende mit seine Erfolgen. Trotzdem steht er mit beiden Beinen fest am Boden. Das macht den Salzburger zum Vorbild. Und er ist nicht zuletzt auch ein Quoten-Kaiser: Durchschnittlich 1,8 Millionen Zuseher verfolgten heuer im ORF den 2. Durchgang des Nachtslaloms in Schladming. Bei über 2 Millionen lag der Spitzenwert eines Rennens, bei dem Hirscher eine Fabelzeit auf die Piste zauberte und für Gänsehaut bei den Zusehern sorgte. Dafür erhielt Hirscher die ROMY für den TV-Moment des Jahres.

Erika Pluhar

Platin ROMY  Für das  Lebenswerk: Wenige Wochen nach ihrem 80. Geburtstag, den Erika Pluhar mit vielen Freunden und in würdiger Wahr- und Wehrhaftigkeit beging, erhielt sie nun die Platin-Statuette für das Lebenswerk. Die auch damit verbundene Öffentlichkeit, „habe ich auch als Verantwortung zu sehen, nämlich dafür, Stellung zu beziehen und Haltung zu zeigen“, sagte die Pluhar jüngst im KURIER-Interview. Das tut die Schauspielerin, Schriftstellerin und Sängerin ganz klar gegen rechts. Es ist diese ROMY aber auch eine für eine Romy-Verehrerin. „Ich fühle mich seelenverwandt mit ihr.“

Alle ROMY-Preisträger auf einen Blick:

Platin-ROMY: Erika Pluhar

Akademie-Platin-ROMY: Jan Mojto

Beliebteste Schauspielerin Kino/TV-Film: Marie Bäumer

Beliebtester Schauspieler Kino/TV-Film: Thomas Stipsits

Beliebteste Schauspielerin Serie/Reihe: Proschat Madani

Beliebtester Schauspieler Serie/Reihe: Philipp Hochmair

Information: Armin Wolf

Show/Unterhaltung: Horst Lichter

Sport: Alina Zellhofer

TV-Moment des Jahres: Nachtslalom SchladmingMarcel Hirscher

Bester TV-Film: Clemens Schaeffer, Titus Selge (Unterwerfung)

Dieter Pochlatko, Jakob Pochlato (Das Wunder von Wörgl)

Bester Produzent TV-Fiction: Quirin Berg, Dieter Pochlatko, Jakob Pochlatko (Der Pass)

Beste Regie TV-Fiction: Barbara Eder (Tatort – Her mit der Marie)

Bestes Buch TV-Fiction: Oliver Kienle (Bad Banks)

Beste TV-Doku: Reinhold Messner (Mount Everest – Der letzte Schritt)

Beste Bildgestaltung TV-Fiction: Martin Gschlacht (M – Eine Stadt sucht einen Mörder)

Bester Kino-Film (Akademie): Helmut Grasser, Andreas Schmied (Love Machine)

Beste Produktion Kino-Film: Thomas Hroch (Womit haben wir das verdient)

Konstantin Seitz (Zerschlag mein Herz)

Beste Regie Kino-Film: Caroline Link (Der Junge muss an die frische Luft)

Bestes Buch Kino-Film: 100 Dinge

Beste Bildgestaltung Kino-Film: Judith Kaufmann (Der Junge muss an die frische Luft)

Beste Kino-Doku: Philip Delaquis, Arek Gielnik (#FEMALEPLEASURE)

Bestes Kurzformat Digital: Der Lack ist ab

Beste Programmidee: Kurier des Kaisers

Bester Nachwuchs weiblich: Sophie Stockinger (Grenzland, L’Animale)

Bester Nachwuchs männlich: Julius Weckauf (Der Junge muss an die frische Luft)

Preis der Akademie: Stefan Meining, Astrid Harms (Missbrauch in der katholischen Kirche – eine Frau kämpft um Aufklärung)

Preis der Jury: Das Boot

Beste TV-Serie: Cyrill Boss, Philipp Stennert, Christine Scheil, Frank Jastfelder, Quirin Schmidt (Der Pass)

Jubiläums ROMY: Bianca Schwarzjirg, Johanna Setzer, Florian Danner, Andi Seidl (15 Jahre Cafe Puls)

Beste Programmidee (Akademie): Philipp Käßbohrer, Jan Böhmermann (Prism is a Dancer)