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Interview
03/27/2013

50 Cent: "Ich will Erster sein"

Massenandrang auf 50 Cent in einem Wiener Einkaufszentrum. Der US-Rapper stellte drei neue Projekte vor.

von Brigitte Schokarth

Ich weiß, dass Tom Hanks nicht glücklich darüber war. Aber ich fand ,Wetten, dass..?’ nicht schlimm!“ Auch wenn es anders aussah, im KURIER-Interview beteuert 50 Cent, dass er sich zwischen stinkenden Reifen und Cindy aus Marzahn wohl fühlte. „Ich trete öfter mit Komikern auf und ihr Job ist, Dinge aus einem ganz anderen Blickwinkel darzustellen, so dass sie lustig werden. Cindy hat nur ihren Job gemacht, nichts was nicht abgesprochen war.“

Aber der Rapper, der 2003 mit dem in den USA mit Achtfach-Platin ausgezeichneten Album „Get Rich Or Die Tryin’“ startete, hatte noch einen anderen Grund nach Wien zu kommen. Er mag die Stadt, weil seine hiesigen Fans „bei Live-Auftritten wie verrückt abgehen“. Deshalb hat der 37-Jährige ein paar Tage angeschlossen, stellte Mittwoch in „The Mall“ in Wien Mitte sein jüngstes Projekt, die Kopfhörer-Serie „SMS Audio“, vor.

Bewegend

Denn 50 Cent ist längst nicht mehr nur Musiker. Er betreibt ein Bekleidungs-Label, stellt Energy-Drinks her und hat eine Filmfirma. Das jüngste Projekt dabei: „All Things Fall Apart“, ein Streifen über das Leben seines besten Freundes, der vor wenigen Jahren an Krebs gestorben ist. „Ich kannte ihn seit meiner Kindheit. Und zu sehen, wie er mit dem Leben abgeschlossen hat, es bewertet und sich damit abgefunden hat, dass es aus ist, war bewegend. Das wollte ich in die Welt der Kunst heben, dass es nie vergessen wird.“

50 Cent spielte seinen Freund selbst, nahm für die Rolle in neun Wochen 30 Kilo ab, indem er sich nur mit Flüssigkeiten ernährte und drei Stunden täglich auf Herz-Kreislauf-Geräten trainierte. Ein Verleih für Österreich muss für „All Things Fall Apart“ aber trotz aller Anstrengung erst noch gefunden werden. Aber 50 Cent denkt sowieso schon längst an sein nächstes Baby, das Album „Street King Immortal“.

Das soll nach vielen Verschiebungen im Spätsommer auf den Markt kommen: „Ich hatte einen Disput mit der Plattenfirma“, erklärt er. „Sie haben das Marketing umstrukturiert und dabei wollte ich nicht das Versuchskaninchen sein. Ich will Erster sein. Denn wenn eine gute Platte untergeht, nur weil sie schlecht beworben wird, ist der Schaden nie wieder gutzumachen.“

Die Bilder der Autogrammstunde

Er soll auf mir unterschreiben

Menschenschlangen ohne Ende, ein Einkaufszentrum in Wien-Mitte zum Bersten voll, doch noch immer strömten von allen Seiten neue Leute hinzu.

Dieses große Interesse galt Mittwochnachmittag dem US-Rapper Curtis „50 Cent“, den die meisten Wartenden gar nicht zu Gesicht bekommen sollten.

Mehr als 4000 Fans des Rappers hatten sich auf den Weg gemacht, um ein Autogramm des amerikanischen Superstars zu ergattern. Als der Musiker um 17 Uhr auf die Bühne kletterte, brachten die kreischenden Fans das Shoppingcenter zum Beben. Die Menschen drückten sich gegen das Geländer und reckten die Hälse um einen Blick erhaschen zu können.

Die WU-Studenten Johannes und Markus standen ganz vorne. Vier Stunden lang hatten sie sich angestellt – um den Hals die Kopfhörer von SMS-Audio, jener Marke, für die der Rapper wirbt. „Ich bin letzte Woche extra wegen ihm zu ,Wetten, dass..?’ gegangen“, erzählte der 20-jährige Markus, der es gar nicht mehr erwarten konnte, seinem Idol gegenüber zu stehen: „Ich möchte, dass 50 Cent auf meinem Handy unterschreibt.“

Die 22-jährige Victoria wollte es hautnah: „50 Cent kann sich gerne auf meiner Brust verewigen. Er soll auf mir unterschrieben.“ Die BWL-Studentin hat sich mit 13 in den Rapper verliebt und ist immer noch begeistert. Über die lange Schlange zeigte sie sich nicht besorgt. „Ich bin Studentin, es sind Ferien. Ich habe also Zeit.“

Zwei Reihen weiter vorne warteten Kristian,Sergio, Lubisa und Mikitu. „Wir sind 50 Cents große Brüder“, sagten die Cousins: „Ein Euro.“ Sie wollten eine Autogramm auf ihren Kappen. „Seine Musik ist einfach geil“, sagte Kristian. Das fand auch die Musikstudentin Elenia, die sogar sein Lied „P.I.M.P.“ am Saxofon spielen kann. „Ich war bereits auf zwei Konzerten von ihm. Der Typ ist genial.“

Angesichts der Massen unterschrieb der Rapper zwei Stunden lang. Trotzdem bewegte sich die Menge kaum vorwärts. Passanten, die zufällig vorbeikamen, wunderten sich über das Spektakel. „Was ist denn hier los“, fragte eine alte Dame verwirrt. Als sie aufgeklärt wurde, ging sie kopfschüttelnd weiter.

50 Cent

Seine Karriere in Bildern

50Cent im Wiener Einkaufszentrum

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