© Bruno de Hamel / Dörlemann Verlag

Nicht die Piraten sind die Bösen
12/07/2013

Nicht die Piraten sind die Bösen

"In Bedrängnis": Der vergessene Star schaut sich unschuldige Kinder an.

von Peter Pisa

Das ist eine Abenteuergeschichte aus dem Jahr 1929, und manchmal glaubt man: Aha, ein Roman für die Jugend. Aber nein, Goldings „Herr der Fliegen“ ist ja auch keiner, bloß weil viele Kinder mitspielen.

Zuerst geht es ihnen auf Jamaika gut, wo ihre Eltern, Engländer, Geschäfte machen. Ein Orkan reißt die Häuser um, deshalb soll ein Schiff die Kinder in Sicherheit bringen, zurück nach England.

Aber das Schiff wird von Piraten gekapert.

Es sind nette Piraten, die die Kinder in der Karibik entführen. Was unabsichtlich geschehen ist: Sie wollten doch eigentlich nur Geld und Schnaps.

Nein, die Kinder sind nie in Gefahr. Aber sie entwickeln sich, sie verändern sich. In Gefahr geraten die Piraten.

Richard Hughes (1900–1976) ist ein vergessener Literatur-Star aus England. Shaw mochte seine Arbeiten sehr. Im wiederentdeckten Roman „In Bedrängnis“ hielt ein Taifun ein modernes Schiff tagelang gefangen, und mit der Krise an Bord zeigte uns Hughes alle Krisen dieser Welt.

„Orkan über Jamaika“ (übersetzt von Michael Walter, Dörlemann Verlag, 256 Seiten, 20,50 Euro) kommt harmlos und lustig daher wie ein Kind auf dem Weg zur Rutsche; und schreckt mit der Bösartigkeit, die sich in unschuldigen Gesichtern versteckt.

KURIER-Wertung:

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