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Riccardo Muti: Magisch zarte und monumental mächtige Klänge

Eine Sternstunde: Das „Verdi Requiem“ mit den Wiener Philharmonikern unter Riccardo Muti bei den Salzburger Festspielen.
Riccardo Muti dirigiert ein Orchester vor einem Publikum in einem Konzertsaal.

Ganz zart, wie aus dem Nichts erklangen die Streicher. Dann setzte kaum hörbar innig der Chor mit „Requiem aeternam“ ein: Ein magischer Beginn der „Messa da Requiem“ von Giuseppe Verdi von den Wiener Philharmonikern unter Riccardo Muti im Großen Festspielhaus bei den Salzburger Festspielen. Es gehört schon zur langjährigen Tradition, dass dieser Klangkörper mit dem italienischen Starmaestro hier rund um den Marienfeiertag bei Konzerten zu erleben ist.

Plötzlich fuhren scharfe Schläge des vollen Orchesters und wilde Aufschreie der auch sonst mit großer Klanggewalt und Ausgewogenheit exzellent singenden, großbesetzten Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor (Einstudierung:  Ernst Raffelsberger) in den Saal: Denn so mächtig ertönte das „Dies irae“, ein vielgegliedertes Kolossalgemälde des Jüngsten Gerichtes. Intensiv und exakt motivierte Riccardo Muti, auch sonst das Paradeorchester, dieses Monumentalwerk des italienischen Meisters, dessen Nähe zur Oper immer wieder unverkennbar ist, in allen Nuancen, wunderbaren Farben und ausgewogener Dynamik zu musizieren. Dabei traten in allen Instrumentengruppen, bei denen die Klangbalance ideal zueinander passte, die Stimmführer mit erlesenen Soli in Erscheinung.

Große Empfindsamkeit  

Von erster Sahne war das Sängerquartett: Iwona Sobotka faszinierte mit ihrem ausdrucksstarken, feinen Sopran, besonders schön und innig im finalen „Libera me“. Der dunkelgefärbte, wunderschön timbrierte Mezzosopran von Marianne Crebassa überzeugte mit voluminösem Klang aber auch schönen Lyrismen. Michael Spyres konnte mit hellen Tönen und feinsten Piani faszinieren und sang das „Ingemisco“, eines der schönsten Stücke, das Verdi für lyrischen Tenor geschrieben hat, mit großer Empfindsamkeit. Maharram Huseynov gefiel mit seinem edeltönenden Bass.

Stehende Ovationen!

INFO: Wiederholung am 18.8. (www.salzburgfestival.at).

 

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