Thom Yorke of British band Radiohead performs at the Optimus Alive Festival in Alges, on the outskirts of Lisbon July 15, 2012. REUTERS/Hugo Correia (PORTUGAL - Tags: ENTERTAINMENT)

© Reuters/HUGO CORREIA

Thom Yorke
07/17/2013

Revolution im Namen des Pop-Nachwuchses

Der Radiohead-Frontmann Thom Yorke boykottiert All-You-Can-Eat-Musikdienste.

von Georg Leyrer

Wenn sie der Richtige macht, dann ist selbst eine „kleine, bedeutungslose Revolution“ eine große Sache.

Thom Yorke, Frontmann der Band Radiohead, hat umrahmt von wütenden Bemerkungen seine Solosongs und die Lieder seiner Band Atoms For Peace vom Streamingdienst Spotify abgezogen. Denn derartige Dienste, bei denen für eine monatliche Gebühr beliebig viel Musik angehört werden kann, brächten zwar Geld für etablierte Musiker, seien aber ein Schaden für den musikalischen Nachwuchs.

Junge Musiker „kriegen einen Scheiß bezahlt“, so Yorke unmissverständlich auf Twitter. Und Produzent Nigel Godrich ergänzt: „Kleine Labels und neue Künstler können nicht einmal das Licht anlassen. Das ist einfach nicht richtig.“

Hoffnungsträger

Angebote wie Spotify werden im kollabierenden Musikmarkt als Hoffnungsträger angesehen. Die (meist unausgesprochene) Logik: Es ist besser, die Fans zahlen zumindest einen kleinen monatlichen Beitrag für das Anhören von Musik, als sie kopieren die Songs einfach so.

Viele Musiker aber kritisieren die mageren Summen, die selbst bei erfolgreichen Songs zusammenkommen, vehement. Ein Lied, das eine Million mal angehört wird, bringt nur rund 4400 Euro, berechnete der Guardian.

Spotify wehrt sich: Bis Ende 2013 werde der Dienst 762 Millionen Euro an Musiker ausgezahlt haben, und „vieles davon kommt jungen Musikern zugute“.

Yorke ist nicht überzeugt. Seine „kleine Revolution“ (Eigendefinition Yorke) trifft umso mehr, als Radiohead zu den Vorreitern bei der Musikvermarktung zählen. Viel Aufsehen verursachte die Band damit, beim Album „In Rainbows“ den Fans zu überlassen, wie viel sie zahlen wollten. Ein Bombengeschäft: Da niemand (Label, Händler) an den Einnahmen mitschnitt, waren selbst jene Fans ein Gewinn, die nur einen Bruchteil des regulären Albumpreises bezahlten.

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