Kultur
05.12.2011

Regie-Altmeister Claude Chabrol ist tot

Der französische Filmemacher starb im Alter von 80 Jahren. Er hat mehr als 60 Filme gedreht und tief in die menschlichen Abgründe geblickt.

Der Regisseur und Altmeister des französischen Kinos, Claude Chabrol, ist tot. Wie das Pariser Rathaus mitteilte, starb Chabrol am Sonntag im Alter von 80 Jahren. Chabrol, von Kritikern auch als "zynischer Moralist" bezeichnet, hat in seiner 50-jährigen Karriere über 60 Filme gedreht, darunter "Das Biest muss sterben", "Stille Tage in Clichy" und "Die Phantome des Hutmachers".

Chabrol hat in seinen Filmen schonungslos hinter die Fassade der bürgerlichen Gesellschaft und tief in die menschlichen Abgründe geblickt. Er gehörte jener Generation von Filmemachern an, die vor mehr als 50 Jahren die Nouvelle Vague gegründet hat, eine Bewegung, die sich gegen das etablierte, verkrustete und zu angepasste Kino wehrte.

Freiheitsliebe

Ein Sprecher des Pariser Bürgermeisters Bertrand Delanoë würdigte Chabrol als einen der großen Cineasten Frankreichs, der für seine Freiheitsliebe und seine Unerschrockenheit bekannt geworden sei. "Danke, Claude Chabrol, wir danken Dir für dein Kino", erklärte der Sprecher Christophe Girard.

Einer seiner letzten Filme war "Kommissar Bellamy", der 2009 auf der Berlinale zu sehen war. Dabei war Chabrol für sein Lebenswerk mit der Berlinale Kamera ausgezeichnet worden.