© Chili Gallei für das RabenhofTheater

Kultur
06/27/2012

Rabenhof: Quotenhits und Jura-Soyfer-Jubiläum

Nach der Rekordsaison sind für 2012/13 neun Premieren programmiert. Unter anderem spielt Hubsi Kramer und es wird der gesamte "Ring des Nibelungen" dargeboten.

Nach einer Rekordsaison, was Zuschauerzahlen und Vorstellungen betrifft, setzt der Wiener Rabenhof auch in der kommenden Spielzeit 2012/13 auf die bewährten ORF-Quotenbringer Science Busters und Wir Staatskünstler, hat aber auch einige neue Formate im Köcher. Insgesamt neun Hauspremieren sind programmiert, die am Mittwoch Geschäftsführer Thomas Gratzer und Chefdramaturg Roman Freigaßner in bewährter Doppelconference bewarben. "Das ist ein ganzer Arsch voll", zeigte sich Gratzer von der eigenen Programmmasse überrascht.

Den Auftakt machen am 12. September mit ihrem Voice-Over-Kabarett Maschek, die mit "111111" ihre Trilogie abschließen. Am 18. September folgen wieder die seit sechs Jahren ausverkauften Science Busters, die ihr "Gedankenlesen durch Schneckenstreicheln" ebenso für den ORF aufzeichnen wie die drei Kabarettisten Florian Scheuba, Robert Palfrader und Thomas Maurer ihr zehnteiliges Programm "Wir Staatskünstler 2.0" ab 14. Oktober. "Wenn der Rabenhof mehr oder weniger den ORF dominiert, ist das super", zeigte sich Gratzer selbstbewusst. Schließlich habe man die Mission, die Aufklärung ins breite Publikum zu tragen.

In diese Kategorie fällt auch die Ehrung von Jura Soyfer zum 100. Geburtstag, dessen "Weltuntergang" von Freigaßner selbst inszeniert wird. Unter anderen mit Heribert Sasse und Oliver Baier wirft man ab 20. November einen zeitgenössischen Blick auf den 1939 im KZ Buchenwald gestorbenen Schriftsteller. Ergänzend dazu gibt es am 4. Dezember eine Soyfer-Gala mit Stars wie Josef Hader oder Erwin Steinhauer.

Dr. Helmut Zilk im Gespräch mit Adolf Hitler

Unter dem Titel "Wolfi Bauer Superstar. Die Gala" wird Hubsi Kramar, der im Herbst sein 3Raum-Theater schließt, den Auftakt zu einer Residenz liefern. "In der Wiener Theaterstadt ist er einer der jüngsten Geister", streute Gratzer dem 64-Jährigen Rosen. Aus diesem Grunde werde Kramar im Rabenhof eine neue Plattform geboten, weshalb zum 20. April auch der Klassiker "Überlebenskünstler. Dr. Helmut Zilk im Gespräch mit Adolf Hitler" gespielt wird. Mit "Der reizende Reigen des reizenden Herrn Arthur Schnitzler" bringt man überdies Werner Schwabs Stück mit Katharina Straßer und Christian Dolezal zum 20. Todestags des Grazer Dichters am 16. April 2013 und bereits am 15. Jänner eine kinderkompatible Version von "Frankenstein" in Kooperation mit dem Theater der Jugend.

Auch Musikproduktionen werden weiterhin nicht zu kurz kommen, ungeachtet der finanziellen Belastung. "Jede Musiktheaterproduktion - wie erfolgreich sie auch immer sein mag - reißt uns ein Riesenloch ins Budget", stellte Gratzer klar. Bei 290 Sitzplätzen sei dies nicht zu refinanzieren.

Ring des Nibelungen

Dennoch gibt es mit "Columbo Dreams" unter anderen mit Eva Maria Marold und Manuel Rubey am 7. November ebenso Musikalisches zu hören wie mit der Show "Hallucination Company" von Wickerl Adam am 11. Oktober oder der 1920er-Jahre-Revue "Herr Tischbein. Kragenweite" im September. Und zum 200. Geburtstag von Richard Wagner 2013 bringt man sogar den gesamten " Ring des Nibelungen" - komplett dargeboten von Stefan Kaminski, dem Synchronsprecher von Kermit dem Frosch. "So kann man Wagner auch im Rabenhof einem Publikum nahebringen", betonte Gratzer.

Beim seit 2005 bestehenden Literatursalon haben sich klingende Namen wie Julya Rabinowich mit "Die Erdfresserin", Roger Willemsen mit "Momentum" oder Regis Jauffret mit "Claustria" angekündigt, dessen Text von Nicholas Ofczarek auf Deutsch präsentiert wird. Auch die Big-Brother-Awards unter Moderation von Dieter Chmelar werden wieder Datenschutzverletzer vor den Vorhang holen, während der Protest-Song-Contest im Februar 2013 bereits zum zehnten Mal stattfindet.

Ob man damit die aktuelle Marke von 319 Vorstellungen mit 83.821 Zuschauern respektive 90,78 Prozent Auslastung halten werde können, werde man sehen (In der Saison 2010/11 waren es 285 Aufführungen mit 75.201 Besuchern gewesen). Jedenfalls sei klar: "Die aktuelle Saison ist wirklich außerordentlich gut gelaufen", unterstrich Gratzer.

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