Weltberühmt als Kindermörder in „M“: Peter Lorre (1904–1964)

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Peter Lorre
06/27/2014

"Soll ich erschießen, vergiften oder erwürgen?"

Ein Wiener Kinostar in Hollywood.

von Georg Markus

Er gilt als einer der eindrucksvollsten Schauspieler seiner Zeit, und der Film "M – Eine Stadt sucht einen Mörder" machte Peter Lorre weltberühmt. Doch hinter seinem Talent schlummerten düstere Kräfte, die ihn zu zerstören drohten. Er war alkohol- und drogensüchtig, brach im Februar 1929 während einer Vorstellung in den Wiener Kammerspielen auf offener Bühne zusammen und musste sich einer mehrmonatigen Entziehungskur unterziehen. 50 Jahre nach seinem Tod wird Peter Lorre in seinen Filmen wiederentdeckt.

Die Rolle seines Lebens

Lorre kam 1904 als László Löwenstein im mährisch-slowakischen Städtchen Rosenberg in der k. k. Monarchie zur Welt und wuchs nach dem frühen Tod seiner Mutter in Wien auf, wo er nach einer Bankenlehre als Stegreifspieler in einem Straßentheater begann. Später trat Peter Lorre in Breslau, Zürich, Hamburg und Wien auf.

Nach seinem Zusammenbruch und dem Abbruch der Vorstellung von der Direktion der Kammerspiele fristlos entlassen, sollte seine Karriere trotzdem noch vor ihm liegen. Max Reinhardt holte Lorre nach Berlin, wo er 1931 die Rolle seines Lebens erhielt: Fritz Lang drehte den Film "M – Eine Stadt sucht einen Mörder", in dem Lorre als psychopathischer Kindermörder Filmgeschichte schrieb. Der Film wurde von Kritikern auf Platz sechs der 100 besten Filme aller Zeiten gereiht.

Als die Nationalsozialisten 1933 in Berlin an die Macht kamen, erklärte Lorre: "Für zwei Mörder wie Hitler und mich ist in Deutschland kein Platz." Er emigrierte über Paris nach London, wo er 1934 den Hitchcock-Film "Der Mann, der zu viel wusste" drehte. Danach machte er Karriere in Hollywood, spielte im Kultfilm "Casablanca" einen Ganoven, der mit gefälschten Visa handelt. Trotz vieler Engagements geriet Peter Lorre infolge seiner Morphiumsucht immer wieder in finanzielle Not, 1947 wurde er sogar wegen Drogenbesitzes verhaftet.

Nach der Haft

Danach wich er an den Broadway aus, wurde dann aber doch wieder als Bösewicht im James-Bond-TV-Film "Casino Royale" besetzt. In seinen 50 US-Filmen drehte Lorre mit Stars wie Cary Grant, Frank Sinatra, Humphrey Bogart, Ingrid Bergman, Marlene Dietrich und Hedy Lamarr.

Doch was er auch spielte, letztlich blieb sein Kindermörder in "M" so einprägsam, dass man ihn immer wieder mit diesem Film identifizierte. Man bot ihm daher auch fast nur dämonische Rollen an, in denen er als Verbrecher, Ausgestoßener oder Asozialer zu sehen war. Und wann immer ihm ein Drehbuch vorgelegt wurde, fragte Peter Lorre, noch ehe er es gelesen hatte: "Was soll ich diesmal tun? Erschießen, vergiften oder erwürgen?"

Info: Im Rahmen von " Kino unter Sternen" werden zum 50. Todestag von Peter Lorre von 27. Juni bis 19. Juli um 21.30 Uhr am Wiener Karlsplatz sechs seiner Filme gezeigt.

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