Peter Krawagna, 1937 geboren, lebt und arbeitet in Krumpendorf nahe Klagenfurt

© /Ferdinand Neumüller

Peter Krawagna
08/20/2014

Aus der Zeit, in der Welt

Noch bis 31. 8.: Die Retrospektive von Peter Krawagna im MMKK Klagenfurt.

von Michael Huber

Nein, ein angesagter Maler ist Peter Krawagna nicht. Eher einer von denen, die scheinbar immer schon da waren – seit den späten 1950er-Jahren stellt der 1937 geborene Künstler aus, in dieser Zeit ist die Malerei schon mehrmals gestorben und wiedergeboren worden.

Doch so sehr Krawagna mit seiner Kunst außerhalb der Zeit steht, so sehr steht er mit ihr in der Welt: Die Malerei des in Kärnten lebenden Künstlers kreist um die Idee einer genauen Erfassung von Eindrücken, begnügt sich allerdings nicht mit einer naturalistischen Wiedergabe. Krawagnas Bilder haben Motive, aber sie zeigen mehr das Sehen als das Motiv selbst.

Impressionen der Ausstellung

Krawagna - Retrospektive MMKK Klagenfurt 2014…

Krawagna - Retrospektive MMKK Klagenfurt 2014…

Krawagna - Retrospektive MMKK Klagenfurt 2014…

Krawagna - Retrospektive MMKK Klagenfurt 2014…

Krawagna - Retrospektive MMKK Klagenfurt 2014…

Krawagna - Retrospektive MMKK Klagenfurt 2014…

Krawagna - Retrospektive MMKK Klagenfurt 2014…

Hineinversetzen

Der Werkschau, die das Museum Moderner Kunst Kärnten (MMKK) dem Maler nun ausgerichtet hat, kann sehr gut einen Eindruck dieses künstlerischen Strebens vermitteln. Mit reichlich Platz sind die Bilder da präsentiert, in Werkgruppen gehängt, so dass eine Abfolge von in sich geschlossenen Schau-Räumen entsteht.

Man kann sich in die Situation einfühlen, in der der Künstler seinem Motiv gegenübertritt. Manchmal sind die Sujets leicht erkennbar – in der Serie von Sessellift-Bildern etwa; manchmal weisen Bildtitel auf sie hin, Krawagna malte demnach auf Symi (Griechenland) oder vor einem "Verkehrsspiegel in Venedig".

Doch es sind Bilder und nicht Abbildungen, sie zeigen kein Wo und Was, sondern eine Reaktion. Dass es immer wieder gelingt, den Betrachter in den Prozess des Sehens und Reagierens mitzunehmen, macht die Qualität von Krawagnas Bildern aus: Auch wenn einige von ihnen schon Jahrzehnte alt sind, wirken sie unmittelbar und niemals verstaubt.

Dabei hat die Ausstellung durchaus einen archivarischen Ansatz – zeigt sie doch die Entwicklung des einstigen Boeckl-Schülers von frühen "Lastwagenbildern" bis hin zu jungen, meist großformatigen Arbeiten. Die Farbpalette, der Umgang mit dem Motiv ändert sich. Was stets bleibt, ist die Freude, zu sein und zu sehen.

Info: Bis 31.8. im MMKK, Burggasse 8, Klagenfurt; www.mmkk.at. Krawagna wird von der Galerie Ernst Hilger (Wien), der Galerie 3, den Galerien Judith Walker und Magnet (Klagenfurt), Welz (Salzburg) und Thoman (Innsbruck) vertreten.

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