Paukenschlag in Salzburg: Hinterhäuser ab sofort beurlaubt
Die Salzburger Festspiele und Intendant Markus Hinterhäuser gehen aufgrund unüberbrückbarer Auffassungsunterschiede und Differenzen ab sofort getrennte Wege. Das ist das Ergebnis einer Besprechung der Anwälte der Festspiele und des Intendanten und seiner Rechtsvertretung, teilte das Festspielkuratorium am Donnerstag in einer Aussendung mit. Beide Seiten verständigten sich darauf, dass Hinterhäuser bis zum Ende seines Vertrages, das ist der 30. September 2026, beurlaubt ist.
Interimsleitung gesucht
Über die Details der Vereinbarung wurde Stillschweigen vereinbart. Als nächsten Schritt wird das Kuratorium umgehend die Position der künstlerischen Leitung interimistisch besetzen. "Hier laufen bereits Gespräche mit Kandidatinnen und Kandidaten. Ungeachtet dessen laufen die Vorbereitungen für die Ausschreibung der Künstlerischen Intendanz", heißt es in der Aussendung.
Hinterhäuser hatte die mit 13. April gesetzte Frist, sich zu einem Angebot, um ein weiteres Jahr zu verlängern, zu äußern, verstreichen lassen. Danach hießt es vergangene Woche, die Salzburger Festspiele versuchen noch einmal, in einem Gespräch mit Hinterhäuser eine Lösung zu finden. Das Kuratorium habe ein Gesprächsangebot an Hinterhäuser gestellt, das auch "aufgegriffen" worden sei, sagt Karoline Edtstadler (ÖVP).
Die Rede war von einem "zeitnahen Gespräch". Mit den Vorbereitungen für die Ausschreibungen der Intendanz und der Präsidentschaft wollte man, "auf alle Eventualitäten vorbereitet sein". So wollte man für den Fall gerüstet sein, dass keine Einigung mit Hinterhäuser möglich ist - was nun eingetreten ist.
Wohlverhalten
Entfacht war der Streit an der Wahl der neuen Schauspieldirektion. Das Kuratorium warf Hinterhäuser vor, eine Ausschreibung nicht genügend gewürdigt zu haben. Er sagte, dass er einen Vertrag bis 2031 hat, das Kuratorium sah diesen als hinfällig an, weil Hinterhäuser gegen eine "Wohlverhaltensklausel" verstoßen hatte.
Dreieinhalb Monate vor Eröffnung
Den Salzburger Festspielen ist nun dreieinhalb Monate vor ihrer Eröffnung der künstlerische Leiter abhandengekommen. Auf das diesjährige Programm hat dies keinen Einfluss, es schon seit einem Jahr fertig. Auch fürs kommende Jahr 2027 ist von weitreichenden Planungen auszugehen. Dennoch sind in einem Festspielbetrieb laufend wichtige künstlerische Entscheidungen zu treffen. Vorerst führen somit Festspielpräsidentin Kristina Hammer und der kaufmännische Direktor Lukas Crepaz die Festspiele.
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