Salzburger Festspiele: Gespräch mit Hinterhäuser, Ausschreibung wird vorbereitet
Die Salzburger Festspiele versuchen noch einmal, in einem Gespräch mir Markus Hinterhäuser eine Lösung zu finden. Das Kuratorium habe ein Gesprächsangebot an Hinterhäuser gestellt, das auch "aufgegriffen" worden sei, sagt Karoline Edtstadler (ÖVP).
Es werde nun "zeitnah ein Gespräch geben", dessen Ergebnis sie nicht vorwegnehmen kann. "Wir sind gerade dabei, mit den Rechtsvertretern einen Termin abzustimmen und in die Gespräche einzutreten."
Es sei daher auch der Beschluss getroffen worden, Vorbereitungen für die Ausschreibungen der Intendanz und der Präsidentschaft zu treffen, "um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein". Damit wäre man für den Fall gerüstet, dass keine Einigung mit Hinterhäuser möglich ist.
Man wolle in Zukunft "negative Schlagzeilen möglichst verhindern". Das Gespräch soll "sehr zeitnah, spätestens im April" stattfinden.
"Uns ist wichtig, dass wir im Geiste der Festspiele eine Lösung finden", sagte Edtstadler. Die Salzburger Festspiele "existieren seit 106 Jahren, haben allen Dingen in der Geschichte getrotzt". Sie seien "ein Ort des Humanismus und der Menschlichkeit, auch ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor". Man wolle "diesen Geist der Menschlichkeit und des Humanismus immer vor Augen zu haben".
Edtstadler bestätigte, dass das Angebot an Hinterhäuser sich auf die Spielzeit 2027 bezogen hatte. Dazu, ob man nun ab 1. Oktober einen neuen Intendanten brauchte, wollte sie nicht antworten. Die Zukunft hänge von den Gesprächen mit den Anwälten ab."
Die PK des Kuratoriums im Live-Stream
Hinterhäuser und das Kuratorium hatten zuletzt einen Streit eskalieren lassen, nicht zuletzt in der letzten Sitzung. "Er hat uns richtig provoziert und dann sogar verlangt, dass sich die Landeshauptfrau (Karoline Edtstadler) und der Bürgermeister (Bernhard Auinger) für ihre Äußerungen in den Medien entschuldigen", hieß es nach der Sitzung aus dem Kuratorium. Jede Wortmeldung sei umgedreht worden. Letztlich habe er sogar bestritten, selbst Fehler begangen zu haben, "was er zuvor in seinem vorgelesenen Statement selbst eingeräumt hatte".
Daraufhin war nach fast fünf Stunden die Sitzung unterbrochen worden, heute wurde sie fortgesetzt. Eine Frist des Kuratoriums, sich bis 13. März zu seiner Zukunft zu äußern, hat Hinterhäuser verstreichen lassen.
Entfacht war der Streit an der Wahl der neuen Schauspieldirektion. Das Kuratorium warf Hinterhäuser vor, eine Ausschreibung nicht genügend gewürdigt zu haben. Er sagt, dass er einen Vertrag bis 2031 hat, das Kuratorium sieht diesen als hinfällig an.
Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP), die heuer turnusmäßig den Vorsitz im Gremium führt, hatte nach der Sitzung betont, dass das Kuratorium "geschlossen" der Ansicht sei, dass der Intendant Bedingungen zur Fortsetzung seines Vertrages über den 30. September hinaus nicht erfüllt habe.
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