Oper "Die Passagierin" in Graz: Das omnipräsente, unentrinnbare Grauen

Oper "Die Passagierin" in Graz: Das omnipräsente, unentrinnbare Grauen
Opernhaus Graz zeigt zur Eröffnung eine beklemmende „Passagierin“ von Weinberg (Von Helmut C. Mayer).

Das Grauen ist stumm, aber omnipräsent, wie auch die alte Frau, die schon vor Beginn der Oper im hellgrauen Einheitsraum mit unzähligen Türen herumräumt. Sie beobachtet, summt das Lied vom „Lieben Augustin“ vor sich hin und greift auch immer wieder ins Geschehen ein. Es ist Lisa, die ehemalige Aufseherin des KZ Auschwitz in fortgeschrittenem Alter.

Mit diesem Kunstgriff hat Regisseurin Nadja Loschky noch eine dritte Zeitebene eingezogen. Denn eigentlich beginnt die Geschichte der Oper „Die Passagierin“ von Mieczyslaw Weinberg, basierend auf der Novelle von Zofia Posmysz, auf einem Schiff: Genauer auf einer Überfahrt in den 1960er Jahren nach Brasilien von Lisa und ihrem Mann Walter, der keine Kenntnis von der Vergangenheit seiner Frau hat.

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