"Not Suitable for Work": Vegane Autopsien gibt es nicht
Früher gab es „Friends“. Die Serie um fünf Freunde in New York wird heute oft als „schlecht gealtert“ bezeichnet. Vor allem wird kritisiert, dass praktisch nur Weiße, selbst in Nebenrollen, vorkommen. 30 Jahre später versucht nun die US-Komödiantin Mindy Kaling eine zeitgemäße Version. Das Ergebnis, die Serie „Not Suitable for Work“, ist neu auf Disney+ abrufbar.
Wieder sind es fünf Twentysomethings, die in Manhattan in angrenzenden Appartements wohnen. Sogar im glamourösesten Bezirk der Stadt, in Murray Hill. Warum sie sich das leisten können, ist nicht so ganz klar. Selbst Carrie Bradshaw hat in „Sex & the City“ jahrelang in einer Schuhschachtel gelebt, obwohl sie doch mit ihrem Kolumnistengehalt tonnenweise Designerschuhe kaufen konnte.
Liebe – aber schwierig
Eine Wohnung teilen sich Business-Analytiker Davis, Leider-nein-Schauspieler und Medizinstudent Kel und Möchtegern-Journalist Josh. In der anderen leben Stylistin Abby und die aus Boston neu zugezogene A. J., wie sich herausstellen wird, auch Business-Analystin.
Die Serie beginnt, als wäre es das Streaming-Wochenthema (siehe „Office Romance“ Bild oben), mit zweimaliger Belehrung, dass Beziehungen am Arbeitsplatz nicht erlaubt sind. Abbys Chefin differenziert, dass Kunden gemeint sind und nicht die steinalte Näherin Nadia. Davis wiederum erfährt das bei einer Art Benimmregeltest in seiner Firma – offenbar nicht zum ersten Mal.
Damit ist schon mal klar, dass genau diese beiden Schwierigkeiten damit bekommen werden. Davis ist der hoffnungslose Romantiker, der daran laboriert, dass er keine Freundin hat. Kel laboriert an ganz anderen Sachen, etwa, dass er mit seinem Wunsch nach „veganen Autopsien“ im Seziersaal auf taube Ohren stößt und dass der Duft von Frauen ihm schon mal vergleichbar erscheint mit einem „Grab nach einem Sommerregen“.
Kuh-Genozid
Josh wiederum ist seiner Freundin verlustig gegangen, weil sie auch einmal etwas Anständiges essen wollte, was mit Josh, der gegen „Kuh-Genozid“ ist, leider nicht geht. Aber wenigstens im Job geht’s bergauf: Er ist Assistent bei seiner liebsten Nachrichtenshow, weil er erwähnt hat, dass er der Sohn vom Senderbesitzer ist.
Dann ist da noch A. J., die gerne Alpha wäre, aber leider unwissentlich ihren Chef beschimpft hat. Ally McBeal wäre stolz auf sie.
Wenn man jetzt dazusagt, dass die besten Gags der ersten zwei Folgen schon in dieser Kritik stehen, fällt sich das Urteil von selbst. Eine nette Nebenbei-Unterhaltung, aber kein „Friends“. Und kein „How I met your mother“. Und kein „Big Bang Theory“.
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