Michael Niavarani, Omar Sarsam und  Klaus Eckel  im Post-Corona-Modus beim KURIER-Talk

© Daniela Sonn

Kultur
05/13/2021

Niavarani, Eckel, Sarsam im Podcast: Das Sommertheater des Radios

„Alles außer Corona“. Kabarettisten-Trio fand ein Schlupfloch aus der Einsamkeit

von Werner Rosenberger

Drei Kabarettisten machen wöchentlich einen Podcast: „Alles außer Corona“, entstanden „aus einer Mischung aus Langeweile, Blues und Einsamkeit“. Quasi als Klein-gruppentherapie. Auch unter kurier.at/podcasts abrufbar.

Michael Niavarani, Klaus Eckel und Omar Sarsam hatten in der Pandemie viel Zeit. „Alle Terminkalender waren plötzlich leer. Und zwar von uns allen gleichzeitig“, sagt Eckel im KURIER-Gespräch.

„Und wir haben dann zufällig miteinander geskypt und gemerkt: Der einzige Termin, den wir überhaupt noch haben, ist unser Gespräch jeden Montag.“

Sarsam hatte die Idee, den Aufnahmeknopf zu drücken. Das wurde ins Netz gestellt. „Und schon haben unsere Mütter zugeschaut“, so Eckel.

„Wir überlegen uns immer erst am Schluss, wie die Folge heißen wird. Das heißt, der Titel ist nicht Programm, sondern entsteht immer erst am Ende inhaltlich durch den Blödsinn, den wir reden“, sagt Niavarani.

Trostspender

Titel wie „Schmusen geht auch mit Liebe“ oder „Ich bin sofort a bisserl geil geworden“, der boulevardesk klingt, als hätte ihn Wolfgang Fellner erfunden.

Ein Podcast als Therapie und wechselseitiger Trostspender für drei Unterhaltungskünstler. „Und je besser es uns ging“, so Sarsam, „umso mehr haben wir dann darauf vergessen, uns zu trösten.“ Die Rollen im Verbalkonzert sind wechselnd.

„Eckel redet durch“, scherzt „Nia“. „Und wir versuchen, ihn beim Atemholen zu erwischen.“

Und Sarsam: „Einmal hat der Klaus so viel gesprochen, dass mein Mund trocken geworden ist beim Zuhören.“

Was hat die Pandemie gebracht, außer ein paar Kilo mehr an den Hüften? „Mir den Kontostand von Boris Becker“, witzelt Eckel.

Und Sarsam ernst: „Für mich die Frage: Worüber redet man mit seiner Familie, wenn man 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche beieinander ist? Die Eindrücke, die man ohne Lockdown von außen nach Hause bringt und darüber erzählen kann, darauf freue ich mich jetzt wieder.“

Und auf seinen ersten Auftritt, bei dem er die Zuschauer mit der Frage begrüßen will: „Wie geht es ihnen?“ Darauf Niavarani schlagfertig: „Und du wirst die Antwort nicht verstehen, weil alle Masken tragen.“

Der lustigste Podcast Österreichs, präsentiert vom KURIER

Wann
Jeden Dienstag auf player.globe.wien als Video, ab Mittwoch, 18 Uhr, als Podcast

Wie
Zu hören auf kurier.at/podcasts oder in  Podcast Apps wie Apple Podcasts, FYEO oder Spotify 

KURIER-Talk 
Das ausführliche Gespräch mit Michael Niavarani, Klaus Eckel und Omar Sarsam sehen Sie am 13. 5. um 17.30 Uhr (Wh. um 21.30 Uhr) auf schauTV und danach auf KURIER.at   

Was hat Niavarani im Lockdown am meisten vermisst? „Dass meine Frau mich dafür hasst, dass ich immer so spät nach Hause komme. Dass ich den ganzen Tag über kein schlechtes Gewissen hatte, weil ich immer zu Hause und viel umgänglicher war als sonst. Ich habe so viel gekocht wie nie zuvor. “

Das Besondere an der Normalität

Dann ist der Simpl-Chef ernst: „Die Normalität wird plötzlich etwas Besonderes. Ich glaube, das ist das Positive am Lockdown. Ich war jetzt im Simpl, und mir wurde bewusst: Das ist genau der Ort, wo ich sein möchte.“

„Ich möchte jeden Tag ins Theater gehen, spielen, proben oder inszenieren. Das wusste ich vor dem Lockdown nicht mehr. Da wollte ich in Pension gehen und dachte, ich kann nicht mehr. Ich glaube, das kann man mitnehmen: Dass die Dinge, die uns so auf die Nerven gehen, so traurig oder fertig machen, das Glück in unserem Leben auch bis zu einem gewissen Grad ausmachen.“

Also doch eine kleine Trostspende. Im Podcast und abseits davon.

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