Håkan Nesser

© APA/EPA/ROLF VENNENBERND

Literatur
12/16/2017

Neues von Håkan Nesser

"Der Fall Kallmann" ist kaum Kriminalroman.

von Peter Pisa

Håkan Nessers neuer Roman enttäuscht – allerdings nur jene Leser, die einen schnellen Höhepunkt haben wollen. "Der Fall Kallmann" ist großartig langsam. Über einer Schule in einer schwedischen Kleinstadt liegen "schwere, verdichtete, träge Sorgenwolken".

Verwandtschaft

Nesser war nach dem Studium selbst Gymnasiallehrer – und lässt jetzt einen beliebten Kollegen sterben: Kallmann stürzte und brach sich das Genick. Kein Fremdverschulden, sagt die Polizei. Kallmann war einem Verbrechen auf der Spur. Aber es könnte sein, dass ihn tatsächlich niemand geschubst hat. Gibt ja auch noch andere Tote.

Der Roman, der kaum Krimi ist, wird abwechselnd von Schülern und Lehrern erzählt und vorangetrieben. Wer mit wem wider Erwarten nicht verwandt ist, wird geklärt; und wer überraschenderweise doch verwandt ist.

Und ... letztes Kapitel, erster Satz: "Man bekommt nicht auf alles eine Antwort."

Gott sei Dank.


Håkan Nesser: „Der Fall Kallmann“
Übersetzt von
Paul Berf.
btb.
576 Seiten.
20,60 Euro.

KURIER-Wertung: ****

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