INTERVIEW: CHRISTINE DOLLHOFER

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Kultur
11/17/2021

Neue Filmfonds-Chefin Dollhofer: "Produzieren wird immer teurer"

Die neue Chefin des Filmfonds Wien nimmt sich Gendergerechtigkeit, Green-Producing und Diversität als Zukunftsthemen vor. Stadt Wien prescht mit neuem Fördermodell vor.

Seit 1. November steht die einstige Crossing-Europe-Chefin Christine Dollhofer in Nachfolge von Gerlinde Seitner dem Filmfonds Wien vor. Am Mittwoch gab die Oberösterreicherin einen Ausblick auf ihre Pläne für die größte regionale Filmfördereinrichtung des Landes. Mit dem heuer um 1 Mio. auf 11,5 Mio. Euro erhöhten Budget zeigte sich die 58-Jährige dabei auch im internationalen Vergleich durchaus zufrieden: "Der Filmfonds Wien ist als regionaler Fonds wahnsinnig gut dotiert."

Zugleich gelte: "Produzieren wird immer teurer - und die öffentlichen Mittel werden nicht exorbitant höher." Hinzu komme die coronabedingte Disruption des Marktes als ein Faktum, lägen doch viele Filmstarts auf Halde, wobei nun wieder schmerzliche, wenn auch notwendige Pandemiebeschränkungen bevorstünden.

Steueranreiz

Insofern sei vonseiten des Bundes ein Steueranreizmodell (Tax Incentive) gefragt und müsse Green-Producing oder die Gendergerechtigkeit in Abstimmung mit den anderen Fördereinrichtungen in den Fokus genommen werden. Das vom Österreichischen Filminstitut neu implementierten Fördermodell, bis 2024 bei der Hälfte der Projekte in den zentralen Positionen Frauen zu unterstützen, habe sie als mögliche Vorlage für den Filmfonds Wien ab Mitte des Jahrzehnts im Auge: "Ich finde es gut, wenn man das jetzt einmal beobachtet und untersucht, ob man das erreicht und welche Auswirkungen das hat."

"Es geht auch darum, mehr Diversität in die Stoffe zu bringen und unsere Lebensrealität abzubilden", unterstrich Dollhofer, auch wenn ihr bewusst sei, dass davon noch vieles Zukunftsmusik sei. "Aber Visionen müssen in den Raum gestellt werden." Nur so könne man in den Köpfen etwas verändern.

Wien startet eigenes Incentive-Modell

Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) unterstrich, dass Wien seinen Beitrag mit einem projektierten steuerlichen Incentivemodell in Höhe von 2 Mio. Euro ab kommendem Jahr leiste. Des Weiteren gebe es nun konkrete Planungen für  die neuen Filmstudios am Wiener Hafen.

Zugleich sei bezüglich steuerlicher Absetzbarkeit der Bund gefragt - was auch für die dringend notwendige Verlängerung der Corona-Hilfsfonds im Kulturbereich gelte. Ansonsten seien die kreativen Köpfe das große Plus von Wien und Österreich als Filmstandort, habe man doch für die Größe des Landes einen unglaublichen Output: "Wild Thinking ist unser Asset."

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