Kultur
29.01.2018

Neue Chefdirigentin für das Radio Symphonieorchester

Marin Alsop folgt auf Cornelius Meister

Marin Alsop wird ab 1. September 2019 Chefdirigentin des ORF Radiosymphonieorchesters (RSO). Sie folgt damit als erste Frau in dieser Position auf Cornelius Meister. "Es hat mich sehr berührt, dass es die Musikerinnen und Musiker selbst waren, die den Anstoß gaben, mit mir in Kontakt zu treten. Ich freue mich riesig darauf, mit ihnen gemeinsam Musik zu machen", so die 61-jährige US-Amerikanerin laut einer ORF-Aussendung.

Die erste Zusammenarbeit zwischen Alsop und dem RSO Wien erfolgte 2014 bei einem Konzert mit Werken von Leonard Bernstein und Gustav Mahler. Der nächste gemeinsame Termin ist eine DVD-Einspielung im Herbst 2018, ihre erste Saison als Chefdirigentin beginnt im September 2019 zum 50 Jahr-Jubiläum des Orchesters.

Die ORF-Leitung bekundete Freude über die Wahl. Auch die Intendanten des Wiener Musikvereins und des Konzerthauses, wo das RSO wichtige Konzerte spielt, freuen sich auf die neue Chefdirigentin. Konzerthaus-Chef Matthias Naske: „,Musik hat die Kraft, Leben zu verändern' - diese Sicht teilen die Wiener Konzerthausgesellschaft und ich aus vollster Überzeugung mit Marin Alsop, verbunden mit dem unablässigen Streben nach künstlerischer Exzellenz." Und Thomas Angyan, Intendant des Wiener Musikvereins, sagt: “Als Intendant der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien freue ich mich, mit Marin Alsop erstmals eine Frau als Chefdirigentin am Pult dieses für Wien so wichtigen Orchesters im Musikverein begrüßen zu dürfen. Spannende Begegnungen mit innovativen Programmen abseits des Mainstreams sind zu erwarten."

Werdegang

Die am 16. Oktober 1956 in New York geborene Alsop studierte in Yale und an der Juilliard School, bevor sie Ende der 1980er-Jahre ihre Karriere als Dirigentin startete. Als Mentor der zielstrebigen Künstlerin gilt der große Leonard Bernstein. Einen ersten Meilenstein in ihrer Laufbahn erreichte die New Yorkerin, als sie 2007 das Baltimore Symphony Orchestra übernahm, dem sie seither vorsteht. Erstmals erklomm damit eine Frau einen der Chefposten der großen US-Klangkörper. Ihren dort bis 2021 laufenden Vertrag wird Alsop erfüllen.

Überdies ist die US-Amerikanerin seit 2012 Chefdirigentin des Sao Paolo Symphony Orchestra, wobei ihr Vertrag hier 2019 ausläuft.
Neben dem RSO, bei dem sie 2014 ein Programm mit Mahler und Bernstein dirigierte, war Alsop etwa auch beim New York Philharmonic, der Chicago Symphony oder dem Los Angeles Philharmonic Orchestra als Gastdirigentin aktiv und führte Spitzeninstitutionen wie das Concertgebouw-Orchester, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks oder die Münchner Philharmoniker. Als erste Dirigentin zeichnete sie 2013 für die legendäre Londoner Last Night of the Proms verantwortlich - und wiederholte dieses Kunststück gleich 2015 und 2016.

Als ausgewiesene Expertin für das zeitgenössischere Musikschaffen, spielt Alsop heuer auch angesichts der 100-Jahr-Feierlichkeiten zum Geburtstag des verstorbenen Leonard Bernstein eine zentrale Rolle. So eröffnet die 61-Jährige den Bernstein-Schwerpunkt des London Symphony Orchestra, dirigiert „Mass“ beim Ravinia Festival und tritt im Southbank Centre auf, wo sie Artist in Residence ist.