Jubel im Großen Festspiel für Netrebbko und Eyvazov

© APA/MONIKA RITTERSHAUS

Festspiele
08/01/2016

Netrebkos Gala: Auch eine für Eyvazov

Puccini konzertant. Das zur Zeit berühmteste Opernpaar wurde für "Manon Lescaut" gefeiert.

Tags zuvor hatte Anna Netrebko auf die Frage, ob sie vor der ersten Aufführung von Puccinis "Manon Lescaut" bei den Salzburger nervös sei, noch gemeint: "Nur wegen meines Mannes".

Nach der Premiere war das zur Zeit berühmteste Opernpaar der Welt sichtlich erleichtert. Yusif Eyvazov kniete sogar nieder, schien Tränen in den Augen zu haben und genoss den Jubel des Publikums: Die große Netrebko-Gala in Salzburg wurde auch eine für ihre Mann. Und man muss, sollte es diesbezüglich Zweifel gegeben haben, feststellen: Der Tenor ist, unabhängig davon, mit wem er verheiratet ist, ein seriöser Künstler, mit großer Stimme, fast metallischem Glanz in der Höhe und ausreichend Kraft für diese Partie.

Wenn man Einwände erheben darf: Vielleicht setzt er sogar zuviel Kraft ein, zumindest anfangs forciert er allzu stark. Auch einige Phrasierungen könnten nobler sein. Aber bestimmt entwickelt sich das noch – jedenfalls ist er eine famose Besetzung für die Rolle des Des Grieux.

Und Netrebko? Sie singt den ersten Ton und berührt sofort mit traumhaft schönem Timbre. Ihr mittlerweile recht dunkel getönter Sopran ist präzise in den Ausbrüchen, perfekt geführt. Die schönste weibliche Stimme der Gegenwart wusste neuerlich zu begeistern.

Vor allem den zweiten Akt und das Finale singt Netrebko, im schwarzen Kleid mit 35.000 Swarovski-Steinen, atemberaubend, die Standing Ovations am Ende waren mehr als verdient.

Die beiden spielen auch gut miteinander – es gab fast mehr Inszenierung und definitiv mehr Personenführung als bei der Premiere der "Liebe der Danae". Obwohl es sich um eine konzertante Aufführung handelte.

Wobei wir beim zentralen Manko des Abends wären: Eine nicht inszenierte Oper von Puccini bedeutet einen massiven Verzicht auf Intensität, noch dazu bei einer solchen Titelheldin. Netrebko singen zu hören, ist wunderbar. Sie singen zu hören und spielen zu sehen, kann himmlisch sein. Das durfte man zuletzt auch an der Wiener Staatsoper miterleben, wo "Manon Lescaut" mit Netrebko szenisch gespielt wurde.

Unter den anderen Protagonisten im Großen Festspielhaus ragte Benjamin Bernheim als Edmondo heraus. Armando Piña (Lescaut) ist ebenso zu schwach besetzt wie Carlos Chausson (Geronte). Marco Armiliato dirigierte das vordergründig laute, dröhnende, klanglich nicht ausbalancierte Münchner Rundfunkorchester.

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