Netrebko und Eyvazov bei den Salzburger Festspielen

© Franz Neumayr

Kritik
08/27/2020

Netrebko und Eyvazov in Salzburg: Tiefe Blicke in die russische Seele

Anna Netrebko und Yusif Eyvazov begeisterten bei den Festspielen mit einem rein russischen Opernprogramm.

von Helmut Christian Mayer

In Neapel, Rom, Verona, Ljubljana waren sie schon, Grafenegg folgt kommenden Sonntag: Um nur einige der sommerlichen Stationen von Anna Netrebko und Yusif Eyvazov zu nennen. Und jetzt Salzburg: Ausnahmslos Russisches von Peter Iljitsch Tschaikowsky war im Großen Festspielhaus angesagt.

In eine prächtige, hellblaue Robe gehüllt, erlebte man die Sopranistin einmal mehr mit höchster Stimm- und Gestaltungskunst: Von betörenden Piani bis hin zu leidenschaftlichen Ausbrüchen reichte die Palette. Zudem erlauschte man ein weites Farbspektrum, delikate Legatokultur, funkelnde Höhen und edle Eleganz ihres dunklen, samtigen Soprans.

Und genauso gestaltete sie die große Briefszene aus „Eugen Onegin“. Völlig erschlankt sang ihr Ehemann Yusif Eyvazov mit seinem großen und höhensicheren Tenor. Seine Interpretationen haben deutlich an Kultiviertheit und Nuancenreichtum zugelegt. Auch sein in der Mittellage metallisches, kehliges Timbre störte weniger.

Perfektes Duo

Wunderbar gestaltete er die Arie des Lenski („Kuda, kuda“) aus derselben Oper, mit emotionaler Rückschau auf sein junges Leben. Gemeinsam sangen sie das Duett von Lisa und Hermann aus dem ersten Akt der Oper „Pique Dame“, worin ihre Seelen einer fatalen Liebe wunderbar ausgebreitet wurden. Hier erhielten sie Verstärkung von der wohltönenden Mezzosopranistin Szilvia Vörös. Weiters erklang das Duett von Iolanta und Vaudément aus der Oper „Iolanta“.

Das Mozarteum Orchester unter Mikhail Tartarnikov begleitete klangschön, aber manchmal recht robust. Die Musiker konnten außerdem bei der Polonaise aus „Eugen Onegin“ und dem zu wuchtig musizierten „Rosen-Adagio“ aus dem Ballett „Dornröschen“ ihre Qualität ausspielen. Jubel, keine Zugabe!

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