Absurde Gerichtsprozesse - diesmal auf der Opernbühne: Zwei Raritäten in Linz

Die beiden Kurzopern „Des Esels Schatten“ von Richard Strauss und „Der zerbrochene Krug“ von Viktor Ullmann am Landestheater.
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Sie könnten nicht absurder sein, die beide Gerichtsprozesse, die diese beiden komischen Opern - nun in der Black Box des Landestheaters Linz zu sehen - thematisch verbinden.

 In „Des Esels Schatten“ von Richard Strauss, seiner letzten Oper (aus 1947/49 nach dem Roman von Christoph Martin Wieland) geht es um die Bewohner der thrakischen Stadt Abdera, die berühmt für ihre Dummheit sind. Ein Zahnarzt mietet einen Esel für einen Transport, doch stellt er sich angesichts der Hitze des Tages in den Schatten des Tieres. Der Eselstreiber erklärt, dass er nur den Esel aber nicht den Schatten gemietet hat. Bei den Bewohnern bilden sich sogar eine Esels- und eine Schattenpartei. Der langwierige Prozess findet erst ein Ende, als der arme, vergessene Esel verhungert ist. Der von Strauss unvollendete Klavierauszug wurde von Karl Haussner instrumentiert und ergänzt sowie von Andreas Bäuml (2025) eine Fassung für Kammerorchester erstellt.

Bei „Der Zerbrochene Krug“ von Viktor Ullmann (1944) nach dem Lustspiel von Heinrich von Kleist, (Fassung für reduziertes Orchester von Richard Whilds 2017) muss Dorfrichter Adam über eine Tat zu Gericht sitzen, die er selbst begangen hat. Er hat nämlich beim Verlassen der Kammer von Eve, der er schon längere Zeit vergeblich nachstellt, einen Krug zerstört. 

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Für seine Inszenierung am Linzer Landestheater ließ sich Gregor Horres in der Black Box, der kleineren Bühne im Musiktheater, eine Arena bauen, die auf drei Seiten vom Publikum und auf einer vom Orchester umrandet wird (Bühne: Ulrich Leitner). Mittig befindet sich eine Sandkiste mit herabfahrbaren Neonröhren, in der wie auf einem Kampfplatz in beiden Fällen heftig gestritten wird. Während er beim ersten Einakter mit teils sehr langen, nur bedingt lustigen Sprechdialogen jedoch zu sehr in die Klamauk Kiste greift, wird bei der Ullmann Oper die Personenführung vielschichtiger und gelungener gezeigt.

Spielfreudig erweist sich das Ensemble, allen voran mit dem souveränen, nuanciert singenden Martin Achrainer als Stadtrichter Philippides wie auch als Dorfrichter Adam. Hun Jeon ist leider bei den Sprechdialogen schwer verständlich, kann aber als schönstimmiger Zahnarzt Struthion und Gerichtrat Walter imponieren. Alexandre Bianque singt mit hellstimmigem Tenor (Eseltreiber Antrax und Gerichtsschreiber). In mehreren Rollen gefallen auch Dora Blatniczki, Antonia Peteak als glockenreine Gorgo, beeindruckend auch Jonathan Hartzendorf und Martin Schön sowie Xinhang Zhou und Giorgia Cooper. Als „Krug geschädigte“ Marthe faszinierte Génesis Beatriz Lopéz Da Silva.

Unter der souveränen Leitung von Jinie Ka weiß das klein besetzte Bruckner Orchester Linz in beiden Fällen stilistisch und facettenreich zu glänzen. Viel Applaus!

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