Komiker Michael Mittermeier: "Conchita Wurst – das letzte Aufgebot"

© APA/Rolf Vennenbernd

Mittermeier: Besorgt über die Conchitaisierung
04/07/2014

Mittermeier: Besorgt über die Conchitaisierung

Angriffiger denn je: Stand-up-Comedian Michael Mittermeier mit seiner siebenten Bühnenshow "Blackout" erstmals in Österreich.

von Werner Rosenberger

Fast jede Pointe knallhart wie eine Watschen bei der Wien-Premiere von "Blackout" in der Stadthalle: In seinem aktuellen Bravourstück verknüpft der Bayer Michael Mittermeier wieder hochtourig und virtuos einige rote Fäden miteinander – und zeichnet so eine absurde und durchgeknallte Welt, die unser aller Realität ist.

Der Stand-up-Comedian entpuppt sich dabei, seit er als Jugendlicher die TV-Serie "Ein echter Wiener geht nicht unter" für einen Dokumentarfilm gehalten hat, als sehr profunder Kenner und Kritiker der heimischen Verhältnisse.

Hohe Gag-Dichte

Und was den 48-Jährigen so sympathisch macht: Er gibt keineswegs bloß den Blödler vom Dienst, sondern ist immer auch politisch in seinen Programmen:

Wenn er diesmal den Dauerlächler Werner Faymann oder den Hinterwäldler Andreas Mölzer auf die Schaufel nimmt.

Wenn er vorführt, wie sich der Österreicher bei fast jeder an ihn gerichteten Frage ins Ungefähre flüchtet und mit einem "Dissonanzkonzert" antwortet: "Ja eh. Nein. Weiß net. Hab’s ja eh g’sagt."

Wurst wie Merkel

Er findet’s "schön, dass sich immer eine Schlampe findet, die für Geld den Mörtel anrührt".

Er macht sich Sorgen über "die Conchitaisierung der österreichischen Gesellschaft" durch unsere Song-Contest-Vertreterin Conchita Wurst: "Das ist wirklich das letzte Aufgebot, Frau mit Bart, eine geile Idee! Wie Angela Merkel, nur nicht rasiert."

Er weiß, dass den Engländern ein deutscher Comedian "so natürlich erscheint wie ein russischer Menschenrechtler". Sein Story-Repertoire scheint unerschöpflich, wenn er von Zombies und Zwentendorf erzählt. Wie ein Arschfeder-Shake zum YouTube-Hit wird. Wie sich Japaner auf Reisen aufführen. Und wie sich die Bayern beim Münchner Oktoberfest selber die Lichter rausschießen: "Wenn wir Bayern die Wies’n nicht hätten, wir würden Deutschland überfallen."

Das nächste Blackout kommt bestimmt, ist Mittermeier überzeugt. "Und dann kommen auch die Zombies. Einige sind schon da, die halten sich aber vorwiegend auf Andrea-Berg-Konzerten auf und lassen uns in Ruhe."

KURIER-Wertung:

Info: Michael Mittermeier mit "Blackout" live: 11. und 12. 5. Graz, Stadthalle; 13. und 14. 5. Salzburg Arena. Karten: 01/96096

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.