Kultur 11.02.2018

#MeToo: Monika Grütters plant Anlaufstelle für Opfer

Will Anlaufstelle für Missbrauchsopfer finanzieren: Monika Grütters (CDU) © Bild: APA/AFP/JOHN MACDOUGALL

Die deutsche Kulturministerin will eine bessere Vertretung von Frauen in den stark männergeprägten Berufen wie Regie und Produktion. Eine südkoreanische Schauspielerin wirft der Berlinale Scheinheiligkeit in der #MeToo-Debatte vor.

Die deutsche Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) will drei Jahre lang eine Anlaufstelle für Missbrauchsopfer aus der Kreativbranche finanzieren. "Die Betroffenen brauchen einen geschützten Raum, in dem sie sich anonym und ohne Angst vor negativen Folgen offenbaren und beraten lassen können – auch rechtlich", sagte Grütters zur dpa.

Die Politikerin hat bereits mit Spitzenvertretern aus den Bereichen Film, Theater, Tanz und Musik gesprochen, sie will das Projekt "branchenübergreifend auf den Weg bringen". Dringlich sei auch eine bessere Vertretung von Frauen in den bisher stark männergeprägten Berufen wie Regie und Produktion, so Monika Grütters. Denn nur so können "asymmetrische Machtkonstellationen zwischen denen, die Aufträge und Rollen vergeben, und denen, die darauf angewiesen sind," verhindert werden: "Das eine hängt mit dem anderen zusammen."

Die am Donnerstag beginnende Berlinale versteht sich in diesem Jahr als Forum im Kampf gegen Missbrauch in der Filmindustrie; eine südkoreanische Schauspielerin hat den Organisatoren aber Scheinheiligkeit in der #MeToo-Debatte vorgeworfen. Denn zum Filmfest wurde auch der südkoreanische Regisseur Kim Ki Duk eingeladen, der ihr bei Dreharbeiten 2013 körperliche und sexuelle Gewalt angetan habe.

Kim räumte aber nur ein, die Frau geschlagen zu haben. Die Staatsanwaltschaft in Seoul ließ den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs aus Mangel an Beweisen fallen.

Die Berlinale habe erst jetzt, erklärte der scheidende Direktor Dieter Kosslick, von einem Berufungsverfahren erfahren. Selbstverständlich verurteile sie jegliche Form von Gewalt und sexuellen Fehlverhaltens.

( kurier.at ) Erstellt am 11.02.2018