© ORF/OrF/TV FRIENDS

Mini-Serie
02/03/2021

Zwei Buben haben Spaß: "Seidl und Fleischhacker im Außendienst“ im ORF

„Seidl und Fleischhacker im Außendienst“ auf Geisterjagd in der Burg Bernstein (21.05 Uhr, ORF1)

von Werner Rosenberger

Ein Krimi ist der erste Teil der neuen dreiteiligen ORF-Serie „Seidl und Fleischhacker im Außendienst“ nicht. Obwohl ein bisschen gruselig angelegt. Kabarett, obwohl mit zwei professionellen Schmähtandlern besetzt, auch nicht.

Ein Format zwischen Freistil-Doku und Küchenlatein, wenn Gerald Fleischhacker zuerst ein Gulasch und dann eine Ente kocht, die sich in der Folge als Hase in Rotweinsoße mit Rosmarin und Wurzelgemüse entpuppt.

„Die Serie ist ein Roadtrip, eine humorvolle Reise, die hoffentlich unterhält“, sagt Fleischhacker im KURIER-Gespräch. „Das läuft bei uns unter dem Titel: Zwei Buben haben Spaß“, ergänzt Gery Seidl.

Esoteriker trifft Realist

Die beiden – „zufällig zusammengewürfelt“, so Seidl – hatten schon im Sommer 2020 eine Hetz’ miteinander bei „Ziemlich bester Urlaub“ in ORF1, wobei der eine Campen im Waldviertel liebt, der andere hingegen hasst.

Ähnlich polarisierend die Charaktere auch diesmal: Seidl hat als studierter Virtuose an der Wünschelrute durchaus ein Faible für paranormale Phänomene, während Fleischhacker als eher rational gestimmter Typ dem Übernatürlichen gar nichts abgewinnen kann.

Beste Voraussetzungen also, um das Duo für die ab heute jeweils am Mittwoch, 21.05 Uhr, ausgestrahlte Mini-Serie an die geheimnisvollsten und gruseligsten Orte Österreichs zu schicken und das Übersinnliche humoristisch entweder zu bestätigen oder zu widerlegen.

Spuk oder nur spooky

Auf Gespensterjagd in der Burg Bernstein im Burgenland – erst vor drei Wochen in vier Tagen gedreht – ging es um die mysteriöse weiße Frau und den roten Baron, einst Raubritter, die im alten Gemäuer angeblich ihr Unwesen treiben. Und wo sich auch sonst so allerlei findet: eine tote Taube hinter einer Tür in einer Mauernische und im Weinkeller uralte Fotos in einer vergammelten Kiste. „Das war wirklich faszinierend“, sagt Fleischhacker, „weil die Vorfahren des jetzigen Besitzers alle Abenteurer waren.“ Seit 1892 ist die Burg Eigentum der Familie Almásy, somit auch Geburtshaus des Wüstenforschers und Piloten Laszló Almásy, der durch den Film „Der Englische Patient“ bekannt geworden ist.

Mit der Akribie des Wissenschafters, sprich einer Wärmebildkamera und anderer technischer Hilfsmittel, nähert sich Thomas Ritter von den „Vienna Ghosthunters“ schmähohne dem Spuk.

Mehrwert Wissen

„Außer dass es hoffentlich auch im Wohnzimmer als lustig empfunden wird, war es mir wichtig, dass parallel zum Spaß an der Freud’ auch total Wissenswertes passiert“, sagt Seidl. „Wir durften beim Drehen vor Ort, wo die Zeit scheinbar steht, sehr liebe Leute kennenlernen und gewissen Dingen auf den Grund gehen. Und ich glaube, dieser Mix kann, wenn er gut ankommt, sehr bunt sein. Und das kenne ich auch nicht in dieser Art im Fernsehen.“

Folge 2 widmet sich dem Brauchtum rund um Perchten und Rauhnächte. Wobei Seidl feststellen musste, „dass die meisten Leute vor Ort überhaupt keine Ahnung haben, warum sie was an Tradition überhaupt pflegen“.

Und Folge 3 stellt die Frage: Wie mutig muss man sein, um annähernd an Richard Löwenherz heranzukommen? Seidl: „Da waren wir Rallye-Fahren in einem Wagen mit 612 PS Elektroantrieb. Wahnsinn! Da geht’s mit 140 km/h in die Kurve auf eine Betonmauer zu, dass einem echt der Reis geht.“

Auch dabei kommt der Mehrwert Wissen zum Zug, „außer dass wir eine Gaudi haben“, so Seidl. Etwa dass für die Freilassung des auf der Burg Dürnstein inhaftierten englischen Königs Richard I. mit dem Beinamen „Löwenherz“ Lösegeld in unglaublicher Höhe – nach heutigem Wert rund drei Milliarden Euro – bezahlt wurde.

Dabei hat sich dann die kabarettistische Pointe geradezu aufgedrängt: „Kennst du jemanden, der für Sebastian Kurz einen Euro hergeben würde?“

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