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© APA/AFP/BRENDAN SMIALOWSKI / BRENDAN SMIALOWSKI

Kultur Medien
10/04/2020

"Woman"-Herausgeberin löscht Trump-Tweet nach Shitstorm

"Hätte ich mir sparen können". Die Journalistin rechtfertigt sich für den umstrittenen Post.

Wer sich viel in sozialen (?) Medien herumtreibt, der kennt die Problematik. Möglichst schnell versucht man dort, auf aktuelle Entwicklungen zu reagieren, möglichst spitz oder zumindest "anders" soll der Tweet oder der Post formuliert sein. Sonst "funktioniert" das nicht.

Und wer viele Follower hat und vielleicht auch durch seinen Beruf im Fokus der Aufmerksamkeit steht, der läuft schnell Gefahr, mit einer überspitzten Formulierung statt "Likes" oder "Herzerl" doch viele böse Drukos (Kommentare) oder gar DMs (Direktmessages) zu erhalten.

Diesmal hat es also Euke Frank erwischt. Selber schuld, glauben einige. Denn die Herausgeberin des "Woman"-Magazins hat sich am Samstag für in mancher Augen geschmacklose Worte entschieden, um die Covid-19-Infektion von US-Präsident Donald Trump zu kommentieren.

"Röcheln"

Vor allem die letzte Passage stieß der Twitter-Gemeinde offenbar auf: "Ein bissl Röcheln wäre gut für sein Karma", hatte die Journalistin geschrieben.

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Insbesondere der Fakt, dass Frank die Lebenspartnerin des in manchen Kreisen heftig kritisierten Anchorman Armin Wolf ist, spornte offenbar zu Kritik an."Nicht ok" fand etwa FPÖ-Chef Norbert Hofer den Tweet. Er selbst "trenne Politik und Persönliches - hinter jedem Politiker steckt auch ein Mensch". Nach einem verbalen Schlagabtausch lud er Frank zu einem persönlichen Treffen ein.

Roland Noé, Herausgeber und Chefredakteur der katholischen Internetzeitung www.kath.net nannte Euke Franks Wortmeldung "menschenverachtend". "Mieser Charakter" und "primitiv" waren die Urteile anderer Twitter-User.

Tweet gelöscht

Doch auch etliche weitere User fanden Franks Kommentar offenbar fehlplatziert. Mittlerweile hat die Journalistin den Tweet gelöscht. In einem langen Statement nahm sie auf derselben Plattform zu den Vorwürfen Stellung. Den Tweet hätte sie sich "vermutlich sparen können", glaubt sie heute.

Dass den Usern nicht gefiel, dass sie den US-Präsidenten "röcheln" sehen wollte, beantworteten manche offenbar über Nacht mit "Morddrohungen, Vergewaltigungsphantasien und sexistischen Beschimpfungen".

Den Seitenhieb konnte sie sich aber offenbar nicht sparen: Sie bezweifle, schreibt sie, dass es diesen Menschen "in erster Linie um Menschlichkeit oder Umgangsformen geht".

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