Ted Lasso Season 2 Premiere in Hollywood

© EPA / ETIENNE LAURENT

Kultur Medien
07/26/2021

Wohlfühlfernsehserie "Ted Lasso" ist "ein Vibe"

„Ted Lasso“ auf Apple TV+ ist zurück - zum Glück!

von Georg Leyrer

Haben Sie auch postpandemischen Gefühlskater? Wer emotional erschöpft ist, kann vielerlei fürs Gemüt tun; und Fernsehen war immer schon ein wunderbares Hilfsmittel dabei, der realen Welt für ein paar passive Entspannungsstunden zu entfliehen.

Einzig, die Produktionen halten nicht so recht Schritt mit dem gesellschaftlichen Gefühlshaushalt. Jetzt nämlich wäre die Zeit nicht für Riesenproduktionen-Tschinnbumm wie bei „Game Of Thrones“. Auch nicht für langatmige, vergrübelte Auseinandersetzungen mit Problemstoffen. Das Leben ist fad und belastend genug.

Jetzt ist die Zeit für Wohlfühlfernsehen. Und das Timing für Ted Lasso könnte daher nicht besser sein.

Wer sich ein Apple-Gerät kauft oder ein Abo bezahlt, kann Apple+ schauen, den Streamingdienst des Handyherstellers. Dort ist „Ted Lasso“ abrufbar – und zwar schon der Start der zweiten Staffel. Die erste war – wie vieles im Streaming – eine Art Geheimtipp, der aber vom Erfolg überholt wurde.

Der Story-Schmäh, auf dem die Serie fußt, klingt jetzt nicht übermäßig berauschend: Ein englischer Erstliga-Fußballverein holt sich einen Trainer aus Amerika – der aber hat Football, also den Sport mit dem Eierlaberl, trainiert, und das auch nur auf Amateurlevel.

Das kann nicht gut gehen, klingt aber mehr nach altem europäischen Vorabendfernsehen als nach neuem Streaming-TV. Aber es funktioniert – und wie.

Heilsam

Denn Ted Lasso, gespielt von Jason Sudeikis, ist heilsam. Der Schnauzbartträger begegnet all der Reiberei, die natürlich auf ihn wartet (wir schreiben jetzt nicht, wie ihn die angefressenen Fußballfans nach ersten Misserfolgen nennen), mit sonniger Positivität, mit der besten Seite der US-amerikanischen fröhlichen Aufgedrehtheit. Er bringt seiner britischen Chefin (Hannah Waddingham als Rebecca) so lange selbstgebackene Kekse mit, bis deren fieser Plan derart durchgesüßt ist, dass er sich in Luft auflöst. Er gewinnt seine Spieler mit emotionalen Umarmungen. Er stupst die etwas verlorene Influencerin Keeley (Juno Temple) in die richtigste Richtung.

Man wäre ja gerne zynisch, aber das Ganze ist pures Wohlfühl-Fernsehen – keine Serie, sondern eine Stimmung, wie Sudeikis sagt.

Anpfiff! g. leyrer

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.