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Interview
06/26/2020

Schauspielerin Sandra Oh: "Content, der sich um Frauen dreht, ist gefragt"

Die Schauspielerin im Gespräch über Karriere, Kristallkugeln und ihre Serie „Killing Eve“.

von Elisabeth Sereda

Sie wurde mit dem Kultfilm „Sideways“ und der Spitalserie „Grey’s Anatomy“ berühmt. Seit drei Jahren ist die geborene Kanadierin mit koreanischen Wurzeln und zwei Golden Globes als Star und Produzentin von „Killing Eve“ erfolgreich. In der hochgelobten Thriller-Serie schlüpft Sandra Oh in die Rolle der Agentin Eve Polastri, die aktuelle dritte Staffel ist beim Streamingdienst Starzplay zu sehen.

KURIER: Vor über zwei Jahren haben Sie bei einer Podiumsdiskussion zum ersten Mal über die Serie gesprochen. Hätten Sie sich gedacht, dass „Killing Eve“ weltweit so erfolgreich sein würde?

Sandra Oh: Nein, absolut nicht. Ich bin schon lange in dem Business und habe gelernt, dass man nichts vorhersehen kann, schon gar nicht Erfolg. Sogar unter den besten Umständen, wenn du alle Zutaten hast, passt dann vielleicht das Timing nicht. Das Timing stimmte bei „Grey’s Anatomy“ und es stimmt jetzt bei „Killing Eve“. Vor zweieinhalb Jahren gab es den Beginn der #MeToo- und Time’s-Up-Bewegung. Content, der sich um Frauen dreht, ist gefragt. Und der von Frauen gemacht wird. In Leadership-Positionen, nicht in niedrigen Jobs.

Die Serie
„Killing Eve“ basiert auf dem Thriller „Codename Villanelle“ von Luke Jennings. Das Drehbuch für Staffel 1 lieferte Phoebe Waller-Bridge („Fleabag“). Zu sehen bei Starzplay.

Die Handlung
MI5-Agentin Eve Polastri (Sandra Oh) wird durch eine Mordserie auf Killerin Villanelle (Jodie Comer) aufmerksam. Es folgt ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel

 

Wie beeinflusst die Tatsache, dass es so viele Frauen in Powerpositionen bei dieser Serie gibt, den Inhalt und die Arbeitsatmosphäre?

Exzellente Frage. Die Autoren, Produzenten und Hauptdarsteller sind alle weiblich. Aber auch wir haben noch viel zu tun. Wir hatten zwei Regisseurinnen in diesem Jahr, ich wünsche mir mehr, möchte, dass die Hälfte weiblich ist.

Wie hat sich Ihre Figur Eve in der dritten Staffel weiterentwickelt?

Wir sehen sie zu Beginn der Staffel an einem neuen Punkt in ihrem Leben. Sie hat sich fast komplett zurückgezogen. Sie muss sich erholen, muss heilen. In der dritten Staffel geht es vor allem um ihren inneren Überlebenskampf. Aber dann passiert gleich etwas, das sie dazu bringt, ihre Jagd auf „Die Zwölf“ (eine gefährliche Geheimorganisation, Anm.) und auf (Auftragskillerin) Villanelle weiter zu verfolgen. Jede Staffel begann mit einem Event, der Eve in die Geschichte hineinwarf. Aber diesmal macht sie es anders, ihre Beziehung zu Carolyn, Villanelle, Konstantin und sogar Niko hat sich verändert. Sie ist viel unabhängiger geworden.

Vergangenes Jahr waren Sie auf der Liste der einflussreichsten Menschen des „Time Magazine“. Wie war das für Sie? Und hatte es Auswirkungen auf Ihren Lebensplan?

Ich liebe, dass Sie glauben, dass ich einen Lebensplan habe! Am Titelblatt von Time zu sein, war eine unglaubliche Ehre. Time nimmt einen ganz besonderen Platz im amerikanischen Bewusstsein ein und repräsentiert etwas Besonderes. Von einer solchen Institution ausgezeichnet zu werden ist großartig. Zu Ihrer Frage nach meinem Lebensplan: Ich habe vor allem derzeit keinen. Wir sollten im September beginnen, die vierte Staffel zu drehen, aber unsere Serie ist international, und wir können nicht Afrika in Schottland filmen. Kein Mensch weiß, was mit Hollywoodproduktionen wirklich passieren wird. Das ist so, als würde man die Kristallkugel lesen. Mein einziger Plan ist daher, zu tun, was ich kann, und im Moment zu leben. Was sonst kann ich schon tun?

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